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GK025 | Hypersimflation [Transkript]

Eine Zombie-Währung namens Simbabwe-Dollar

2020, Graukaue
Kurvenschubser
https://graukaue.eu/gk025/

Zum Einstieg sprechen wir über eine kleine Weihnachtsgeschichte vom letzten Mal sowie über Hamsterkäufe, Handlungsempfehlungen/-anweisungen und das bedingungslose Grundeinkommen zu Zeiten der COVID-19-Pandemie. Das Hauptthema ist der wirtschaftliche Abstieg Simbabwes während der Herrschaft von Robert Mugabe, der mit einer Hyperinflation und schließlich mit der Abschaffung des Simbabwe-Dollars einherging. Seit 2019 ist die Währung zurück.

Dieses Transkript wurde von Auphonic und Wit.ai automatisch generiert. Es ist nicht frei von Fehlern und dient im Wesentlichen dem Zweck, die Episode durchsuchbar zu machen.

Intro

https://graukaue.eu/gk025/#kapitel1

Soundboard

Begrüßung

https://graukaue.eu/gk025/#kapitel2

Micha:
[0:31] Glück auf. Willkommen in der Graukaue. Mein Name ist Michael Holtkamp und dies ist Kurvenschubser. Episode GK fünfundzw.

Walters Weihnachtsgeschichte und Johns Zitate

https://graukaue.eu/gk025/#kapitel3

[0:47] Erinnerst du dich noch daran, dass ich,
erwähnt habe, in der Weihnachtsökonomik folge, dass ich auf so eine merkwürdige Weihnachtsgeschichte gestoßen bin, ähm von Leuten, die zu den Schwiegereltern fahren und möglicherweise ähm bald keinen Sprit mehr haben.
Ich hatte das nicht wirklich vorbereitet. Ich hatte das nur einmal erwähnt.

Andre:
[1:09] Nee.

Micha:
[1:11] Gut. War.

Andre:
[1:11] Ein bisschen her.

Micha:
[1:13] War auch kein wesentlicher Bestandteil. Ich wollte es nur mal nachgeschlagen oder ich irgendwie,
ja, ich hatte mir die Seite nochmal angeschaut. Ich hatte sie für die letzte Folge nicht wirklich vorbereitet und irgendwie kam ich dann doch drauf zu sprechen und wusste dann nicht mehr genau, was da jetzt stand. Der Punkt ist, ich hatte bei meiner Recherche für die Weihnachtsfolge,
einen Blogartikel gefunden,
Der Blog heißt IFOD, äh oder so. Und.
In diesem einen Artikel gibt der Autor, dieses Blogs, eine Geschichte, sinngemäß wieder, die er mal in einer Vorlesung an der University auf Missory gehört hat. Der Professor, hieß Walter und,
die Geschichte war im Wesentlichen die Folge. Johnson fährt am Weihnachtsabend, also am Abend des vierundzwanzigsten Dezembers, mit seiner Frau und seinen Kindern zu den Schwiegereltern. Und,
Seine Frau hat die Befürchtung, dass ihn irgendwann auf der Strecke das Benzin ausgeht und keine Tankstelle geöffnet hat. Und seine Antwort darauf ist,
ich als Ökonom, ich vertraue in den Kapitalismus und wenn’s die Möglichkeit gibt, für jemanden hier ein paar Dollar zu verdienen, dann wird er seine Tankstelle auch am Weihnachtsabend geöffnet haben und,
wir können tanken. Ähm finde ich unterm Strich.

[2:40] Ziemlich naiv, also ne, also wenn du fast keinen Sprit mehr hast, dann wird nicht auf magische Art und Weise in der Tankstelle äh plötzlich am am Straßenrand erscheinen,
und ich habe nicht so wirklich verstanden, was der Punkt der Geschichte ist. Äh tue ich auch immer noch nicht. Der Autor dieses Blogartikels.
Erwähnt dann, dass er in seinem Alltag.

Andre:
[3:03] Schon das Ende der Geschichte.

Micha:
[3:04] Ja, ja, das achso, ich glaube.

Andre:
[3:06] Da, der kommt.

Micha:
[3:08] Entschuldigung. Nee, ich wollte da.

Andre:
[3:08] Keine Veranstaltung oder so.

Micha:
[3:11] Ja, sehr schön, aber äh ich glaube, Ende der Geschichte ist, dass die tatsächlich bei den Schwiegereltern ankommen. Ähm, wahrscheinlich, weil sie.

Andre:
[3:19] Ohne tanken zu müssen.

Micha:
[3:21] Ich weiß nicht, ich ich glaube irgendwo.

Andre:
[3:23] Der Ökonom ja wie der Recht.

Micha:
[3:25] Ja, gut, im Rhein. Aber irgendwann, ja, ich, ich glaube, sie haben an irgendeiner Tankstelle dann noch noch Benzin bekommen. Ähm, auch am Weihnachtsabend. Ah, es funktioniert halt auch nicht immer. Also.
Äh ich ich habe vor einigen Jahren habe ich nur einen Kumpel mal bei einem Umzug geholfen, innerhalb von Osnabrück, da hat er seinen, da der studiert und seinen Bachelor gemacht,
ist ja innerhalb von Osnabrück umgezogen und ich bin äh von Dorsten aus mit ihm dahin und dann sind wir zusammen den alten Transporter wieder,
zurückgefahren nach Dorsten. Dann weiß ich noch, dann sind wir von Mal aus in die Stadt reingekommen und der hing mit der Nase schon vor der äh vor der Tanknadel. Und äh wir wollten da zu einer bestimmten Tankstelle.
Und er meinte, oh oh der säuft uns gleich ab, der säuft uns gleich ab und dann ist er irgendwie aufm,
ähm auf den auf den also auf dem Platz von der Tankstelle gerollt. Und ich meine, da ist dann tatsächlich,
der Motor abgesoffen, da war dann aber noch ein Sprit aus. Ähm,
gut und da. Ja, also wenn ihr nicht rechtzeitig tankst, bis ihr halt selber schuld und äh ein Tankstellenbetreiber, der wird ja nicht für jeden Dollar, den er verdienen kann, die Tankstelle aufmachen, der muss ja auch noch die,
kosten, die dem gegenüberstehenden Auge haben, wenn er nicht damit rechnet, dass ausreichend Leute vorbeikommen, was am Weihnachtsabend ja an irgendeiner entlegenen Tankstelle nicht so unwahrscheinlich ist, also.

Andre:
[4:50] Denke eine wichtige Frage ist ja, wie wie preisflexibel dann auch der Tankstellenbetreiber der jeweiligen Situation ist. Klar, wenn er eh nur regulärer Preise ansetzt, ist der Anreiz sicherlich gering,
Ähm ich glaube, worauf die Geschichte so ein bisschen angespielt hat, scheint mir es eben, dass es eben auch in Notsituationen ja nochmal ein gewisses Erpressungspotential gibt, aus Sicht der Tankstellenbetreiber,
Also eben auch die Möglichkeit, dass wenn in einer solchen Situation eben der Motor absäuft und keine weitere Tankstelle in der Nähe ist, äh die Autobesitzer auch bereit wären, äh außergewöhnlich hohe Preise für die Tankladung zu zahlen
dass das wiederum ein Anreiz sein könnte. Ähm trotz der Betriebskosten auch an einem Weihnachtsabend, den Laden aufzuhalten.

Micha:
[5:29] Also im Rahmen dieser Geschichte geht’s gar nicht um den Preis, das sind nur zwei oder drei Absätze, das wir ganz kurz und ähm,
da geht’s nicht darum, sondern im Wesentlichen ist das also,
In Nordamerika ist es ja nicht so ganz unüblich äh diese Art von Vertrauen.
In in den Markt zu haben, ne? Also wenn’s irgendwo eine Nachfrage gibt, dann wird’s wohl auch ein Angebot geben, aber ähm ja, das da kannst du dich halt nicht zu hundert Prozent drauf verlassen. Und ähm,
Der Autor, dieses Blogartikel, der schließt an diese Geschichte, dann aber noch an.
Also zunächst einmal Parafrasiert er die Geschichte und gibt ihn nur aus seiner Erinnerung wieder, somit,
kann ich dir jetzt nicht sagen, ob die wirklich der tatsächlichen Geschichte entspricht. Ich weiß nur, was er da niedergeschrieben hat. Und an diese Geschichte schließt er dann an, dass er.
In seinem Leben des öfteren Anwendungsbeispiele oder Belege für,
diese These gibt, dass Leute ein Angebot schaffen, wenn wenn es irgendwie eine Nachfrage gibt. Und er sagt er, er musste irgendwann früh morgens zum Flughafen,
Ich glaube, in Saint Louis und.

[6:48] Hat überlegt, am Vortag, ob er früh morgens irgendwann um vier Uhr oder so, einfach schaut, ob er einen U-Bau oder einen Lift bekommt, also einen von diesem Ride Sharing
äh Ding siehst, oder ob er sich für eine bestimmte Uhrzeit schon am Vortag ein Taxi bestellt und er hat’s dann drauf ankommen lassen und,
hat morgens einen U-Bahn- oder Lift bekommen, zum Flughafen, hat den Fahrer gefragt.
Warum bietest du schon so früh morgens hier deine deine Dienste an? Und er sagte, na, ich habe einen ganz normalen.
Äh Job, während des Tages. Und wenn ich früh am Morgen aufstehe.
Äh und noch ein paar Fahrten anbiete,
dann kann ich mir ein bisschen Geld dazu verdienen und das, was ich morgens pro Stunde verdiene, ist deutlich mehr als das, was ich nach Feierabend, also.
Frühen Nachmittag oder späten Nachmittag, frühen Abend verdienen würde, weil da das Angebot relativ hoch ist. Es gibt relativ viele Leute, die zu der Tageszeit ihre Dienste anbieten.

Andre:
[7:54] Ne, aber ich meine, das wäre dann ja auch wieder ein Preisargument. Ähm, in dem Fall nicht unbedingt über die Nachfrage seid, argumentiert, aber dann über die Angebotsseite.

Micha:
[8:03] Genau. Deswegen erwähne ich das, weil du gerade den den Preis ins Spiel brachtest, also ähm da tauchte der jetzt überhaupt nur auf,
Ne? Und ja, das ist es auch schon und deswegen hatte ich das letzte Mal gar nicht erwähnt, weil die Geschichte das als solches nicht so wirklich wert ist, finde ich. Ähm ich hatte in dem Kontext aber noch erwähnt, dass dieser Professor
Voltral Johnson, wohl eine Zitatischleuder war, weil bei diesem Blogartikel stehen noch einige,
ähm Zitate dadrunter. Was ich nicht mehr, woran ich mich nicht mehr erinnerte, ist, dass die Zitate oder ich hatte das gar nicht bemerkt,
dass die Zitate gar nicht von diesem Johnson stammen, die stammen von wem anders und äh sind eigentlich zusammen Zusammenhangslos. Äh die stehen einfach auf der gleichen Seite. Die Zitate stammen von John,
der war Professor an Harvard Printin und UC Burkley und ähm,
der hat so das erste Zitat kennst du vielleicht. Der Kanamix ist extrem.
Das habe ich schon ein paar Mal gehört, das stammt von ihm. Und Leonie von.
Dass äh und dann sind da sind die ein oder zwei Dutzend Zitate. Ähm das ist es auch schon. Ich wollte nur nochmal.

[9:29] Ich wollte nur nochmal erwähnen, dass äh dass das zwei verschiedene Leute sind. Gut. Ähm.

COVID-19: Papierhamster

https://graukaue.eu/gk025/#kapitel4

[9:38] Bevor wir zum zum Hauptthema von heute kommen, äh,
habe ich noch ein paar Dinge in Zusammenhang mit dieser ganzen Chorona und Cover neunzehn Pandemie, die mir immer wieder auffallen und äh ich würde mal gerne deine Meinung.
Dazu hören. Also, als das alles losging.
Ich meine, so ungefähr März, also als es in in Deutschland, beziehungsweise Europa losging.
Da hatten wir ja diese ganzen Hamsterkäufe. Zu der Zeit bin ich übrigens umgezogen, also ich hatte bis Mitte März war ich noch bei meinen Eltern, dann habe ich recht kurzfristig.
Durch ein, ja, ich hatte einfach nur Glück. Ja, wie auch immer. Ich habe die Wohnung bekommen, ähm, in der ich jetzt wohne,
über einem glücklichen Zusammenhang und bin dann recht schnell umgezogen, unter anderem deshalb, weil das so die Anfangsphase war und,
äh da war nicht so wirklich klar, ob äh also es gab so so fünf, sechs, sieben Tage, wo nicht klar war, ob wir am Tag danach noch die Häuser verlassen dürfen. Und dann habe ich mich beeil,
möglichst schnell aus meinem Elternhaus rauszukommen und in meiner neue Wohnung zu ziehen. Hab’s dann auch geschafft. Also es gab ja dann keinen kompletten, aber ähm das wusste ich zu dem Zeitpunkt nicht. Und das war genauso.

Andre:
[10:58] Klar. Ja, das passieren können. Äh klar, das wusste man ja in der Tat ja nicht, ob nicht vielleicht dann auch der italienische Weg gewählt wird.

Micha:
[11:07] Genau und ähm ich dachte, also abgesehen von den Maßnahmen wusste ich ja nicht, was aus der Pandemie als solches wird und
äh so konnte ich zumindest ein bisschen Entfernung zwischen zwischen mich und meine Eltern bringen. Ähm und da das Ansteckungsrisiko reduzieren,
und ähm ja, wenn’s zum Lockdown gekommen wäre, dann hätte ich vielleicht schon einen Großteil meiner Sachen in der neuen Wohnung gehabt. Und ähm,
ja, ich ich weiß, wir sind dann auch noch in so einem, es gibt ja so einen Lagerverkauf für B-Ware von ähm, also so weiße Ware, mit, mit äußerlichen Defekten. Also, äh, Waschmaschinenspülmaschinen, Kühlschränke und so,
und äh da hatte ich den Kühlschrank fürs Büro gekauft und war dann im März noch einmal da, um eine Waschmaschine für meine neue Wohnung zu kaufen. Und äh.

[11:58] Auch schon, also mir war halt klar, dass es ein, das ist so ein Lagerverkauf am Stadtrand. Das ist jetzt nicht der äh der Mediamarkt, wo Dutzende Leute rumlaufen, da ist das Ansteckungsrisiko ziemlich gering und dann weiß ich noch, dann bin ich,
sind wir da noch einmal hingefahren, um die Waschmaschine zu kaufen. Also die, die Zeit im März war das und ähm als ich dann in meiner neuen Wohnung war, musste ich mich ja erstmal,
ähm ausrüsten mit äh alle möglichen, was man so braucht und viele Dinge, Mehl, Salz, Klopapier, Rei,
Nudeln und.
Die waren ja wirklich schwer zu bekommen. Ne, ich habe ähm bei mir in der Wohnung, habe ich nicht wirklich einen Supermarkt, ich habe nur direkt hier auf dem Zechengelände. Ähm, gibt’s ein Aldi und einen Edeka. Hier kaufe ich immer ein,
Abend und nehmen das mit nach Hause. Und ähm manche Dinge habe ich hier wirklich nur schwer gekriegt. Was ich nicht so wirklich verstanden habe, also die Hamsterkäufe als solche konnte ich eigentlich nachvollziehen.
Was ich nicht nachvollziehen konnte, war, dass es so viele Leute gab, die sich darüber gewundert haben, dass die Leute sich mit bestimmten Dingen.
Eindecken oder dass es zu diesem Hamsterkäufen kommt. Die haben sich dort manche Leute haben sich dadrüber lustig gemacht, andere waren verwundert, wie auch immer, aber eigentlich finde ich das,
gar nicht mal irrational. Äh ich habe selber nicht gemacht, weil ich einfach,
die Zeit dafür hatte und es ging damals nur um paar Tage und dann waren so die wichtigsten Dinge schon ausverkauft.

Andre:
[13:27] Ja, bei sowas man darf ja nie die Dynamik der Situation auch übersehen. Wir kennen das ja eben auch aus der Ökonomie, mit der selbsterfüllenden Prophezeiung
und da spielt ihr ja auch mit mit rein, klar zu Anfang, Wahnsinn, vielleicht eher einige, ja,
nicht sagen Verrückte, aber Leute, die wirklich äh gedacht haben, jetzt geht die Welt unter, alle Läden machen zu, die dann angefangen haben, Klopapier, Nudeln und äh Backmaterialien zu horten. Aber sobald dadurch dann die Lehre die Regale angefangen haben, Lehrer zu werden. Auch ganz
natürliche Nachfolgereaktion nach sich, dass jeder sich eben sich noch mit dem eindecken möchte, was noch da ist.
Dann hat man eben irgendwann die Knappheitssituation, auch wenn der Großteil der Leute nicht davon ausgeht, dass wirklich die Läden zumachen demnächst.

Micha:
[14:12] Genau, das sind im Wesentlichen die zwei Dinge, die ich ähm, die mir auch immer in den Kopf gekommen sind. Und ich würde also die Leute, die.
Äh zu den Ersten gehört haben, die sich äh eingedeckt haben mit diesen Hamsterkäufen.
Weiß gar nicht, ob du verrückt sein musst, um das zu tun, wenn du als die Pandemie losging, weil er wirklich nicht klar, was passiert. Und wenn du wirklich.

Andre:
[14:33] Ja

Micha:
[14:35] Es für möglich hält, dass es irgendwann Produktions- und Angebotseitig zu Engpässen kommt,
ja, warum dann nicht nicht schon mal vorsorgen. Ich meine, die Hamsterkäufe sind net, die sind natürlich egoistisch. Du könntest auch sagen, ich,
ich ich kaufe jetzt nicht über Mengen ein. Es gibt ja auch Beispiele von Leuten, die dann versucht haben, da so ein,
intertemporales Abitrasch im engeren Sinne ist es nicht, ne? Aber dein Geschäft draus zu machen, indem sie Dinge einkaufen, bei denen sie damit rechnen, dass die, dass deren Preise hochgehen und dann können sie die wieder weiter verkaufen. Ich glaube, in den.
In den, ne, nicht in Australien, glaube ich, da gab’s einen, der hat Unmengen von Klopapier eingekauft und,
bei einem Supermarkt und wollte die dann irgendwie zurückgeben. Und der Supermarktbetreiber hätte da ordentlich Kasse machen können, hat aber gesagt, nö, aus Prinzip nicht,
ähm weil ich bin nicht einverstanden mit deinem Verhalten, also jetzt Pech, wir nehmen das nicht zurück.
Ähm hatte ich irgendwo gehört. Aber ja, also im im März war ja wirklich unklar, was was auf uns zukommt und,
die Leute, die es für möglich gehalten haben, dass viele Fabriken zumachen müssen, äh dass viele Wertschöpfungsketten unterbrochen werden, äh das ist wirklich angebotseitig zu zu Problemen kommt. Ä,
Ja, die haben sich dann eingedeckt. Finde ich nicht.

Andre:
[16:02] Schon richtig, insofern klar. Man sollte finde ich als Verrückte bezeichnen. Ähm aber es war natürlich auch so, dass selbst in den Ländern, die jetzt ähm extrem von Korona auch zu dem Zeitpunkt schon betroffen waren, wie wie Italien wie China,
ähm die Grundversorgung als solche ja nie zusammengebrochen ist,
Ja, zumindest jetzt nicht, was die Produktion ähm von Lebensmitteln anbelangt und äh die Versorgung in Supermärkten. Das wurde ja eigentlich in allen betroffenen Ländern kontinuierlich aufrecht erhalten. Sie ist ja klar, sobald das dann äh
wirklich. Mit Leidenschaft geflogen würde. Wenn da Lieferketten ausfallen würden, das hätte dann ja auch noch ganz andere Panikeffekte nach sich gezogen.

Micha:
[16:42] Äh du hast es wahrscheinlich mitbekommen, dass hier bei in äh der Virus umgegangen ist, unter der.

Andre:
[16:52] Ja, Tönnies haben dann eigentlich, glaube ich, bundesweit gut mitbekommen, in den letzten Wochen.

Micha:
[16:55] Okay. Ich wusste nicht auf sein, dass er so ein NRW-Ding ist, was äh.

Andre:
[16:59] Nee, nee, das das wäre sehr prominent auch hier im Norden.

Micha:
[17:02] Okay. Aber das ähm.
Das war ja nicht nur bei ihm so, das ist ja in vielen anderen Ländern, zum Beispiel in USA, auch bei vielen äh Fleischverarbeitenden, Betrieben.
Äh so gewesen. Möglicherweise, weil die Leute dort ähm recht äh dicht gedrängt stehen, wenn sie arbei,
ziemlich kühl und irgendwie scheint das wohl, ich bin kein Virologe offensichtlich, aber Turniers war jetzt nicht, war jetzt kein Einzelfall, es war nicht mal der, der erste Fall.
Also, da hast du schon mal eine Industrie, die wohl stark betroffen ist. Vielleicht kannst du jetzt schlecht horten,
äh außer wenn es einfrierst, aber gut die Kapazitäten von so haushaltsüblichen Gefrierschränken und Tun ist ja auch begrenzt. Ä,
zumindest in den USA mussten Unmengen von Tieren gekeult werden, weil,
es gab einfach nicht die Möglichkeit, die alle zu verarbeiten. Und dann muss da halt irgendwie Platz schaffen,
und äh ich weiß jetzt nicht, wie sich das da auf die.

Andre:
[18:12] Beziehungsweise auch, weil zum Teil nicht klar war, dass vielleicht dann kontaminiert ist, nämlich dass wir auch nochmal einen Punkt.

Micha:
[18:16] Oh ja. Stimmt, genau. Ähm ja.

Andre:
[18:22] Naja, nee, nicht richtig. Du hast die Fleischproduktion anbelangt, ist es natürlich so, das ist dadurch ein, so ein Virus auch, ähm, zu Beeinträchtigungen kommen kann, aber jetzt so eine Nudelproduktion, äh,
Wochenende. Mehlherstellung wahrscheinlich dann nicht so, oder.

Micha:
[18:37] Ja, es es ist vielleicht unwahrscheinlich, aber ähm.
Also wie wir jetzt gesagt haben, es ist nicht so komplett irrational ähm sich mit bestimmten Dingen einzudecken. Ä,
meinetwegen können wir die Leute als Verrückte oder Prepper bezeichnen. Äh liebevoll natürlich. Ja, aber es ist nicht so vollkommen irrational, wie es von vielen Leuten dargestellt wurde. Und
Selbst wenn du nicht zu diesen Leuten gehörst, selbst wenn du glaubst, dass es Angebotsseitig, keinerlei,
Unterbrechungen oder Einschnitte geben wird. Selbst dann wäre es ja rational ähm.
Bestimmte Dinge zu horten, einfach deshalb, weil es Leute gibt,
die eben doch davon ausgehen, dass das Angebot seitlich zu Engpässen kommt. Also in dem Moment, wo nennenswerte Anteil der Bevölkerung anfängt, ähm, zu hamstern.

Andre:
[19:35] Hm.

Micha:
[19:37] Gibt’s einen Anreiz für alle anderen auch zu haben’s dann, weil ja, sonst hast du eben einen Engpass, der der nicht durch den Rückgang des Angebots, sondern durch einen Anstieg der nachfragebedingt ist und.
Ja, vielleicht willst du nicht leer ausgehen und dann siehst du halt zu, dass äh noch ein Stück abbekommst.

Andre:
[19:56] Ja, und genau, das ist eigentlich das, was passiert ist. Also,
gerade auch wenn man so ein Backwaren denkt, ich meine. Erstaunlich wie viele Bäcker erst dann plötzlich in Deutschland gab. Als ja wirklich über Wochen hinweg auch bei meinem REWE überhaupt kein.

[20:08] Vernünftiges Mehl mehr zu bekommen war, außer irgendein komisches Vollkornmehl, das keiner wollte.

Micha:
[20:15] Ja oder Dinkel.

Andre:
[20:17] Ja, gut Dinkel geht ja noch, aber auch noch andere Sachen rein.

Micha:
[20:19] Ach so, na gut.

Andre:
[20:22] Aber im Weizenmehl war wirklich äh wochenlang absolute Fehlanzeige,
und das ist ja schon überraschend jetzt. Finde die, die äh äh Regale wieder absolut voll. Äh und äh es wird mit Sicherheit nichts damit zu tun haben, dass äh die Leute jetzt auf einmal keine Lust mehr haben, zu backen, sondern eben genau das, was du beschrieben hast.

Micha:
[20:42] Ja, Mehl gehört ja im Gegensatz zu anderen schnell verderblichen Sachen wie Eiern und und Milch oder anderen Milchprodukten, ähm zu den Dingen, wo das Hamstern durchaus Sinne gibt.
Dass dass äh das Beispiel, dass die meisten Leute genommen.

Andre:
[21:01] Verderblich, ne? Kann man länger lagern.

Micha:
[21:04] Genau. Und ähm kannst du viele Sachen mit anstellen. Ähm aber das.
Das eine gut, dass die meisten Leute als Beispiel genommen haben, war ja Klopapier. Was ich jetzt auch nicht so
Würde ich meinen, wenn’s so lange du irgendwie fließend Wasser und und so ein paar andere Dinge hast, kannst du auch auf anderen Wege für Hygiene sorgen, wenn’s jetzt zum äußersten kommt. Also.
Wir können uns wahrscheinlich drauf einigen, das Klopapier zumindest nicht überlebenswichtig ist, aber es gibt ja trotzdem ein paar Dinge, die dafür sprechen, zum einen ist es eben nicht verderblich.
Die, die Dinger sind ziemlich groß und leicht, das heißt,
wenn du mit dem Auto vorfährst, kannst du ohne Probleme dem Volumen nach Unmengen von Klopapier einkaufen. Es kostet dich auch nicht allzu viel, die sind ziemlich günstig
ähm sie sind nicht verderblich, das heißt, sie haben wahrscheinlich einen Wiederverkaufswert. Ä.
Und und einfach aufgrund des Volumens gibt es dir wahrscheinlich das Gefühl, du hast was getan, ne? Du hast, du hast tatsächlich gehamstert, weil du hast jetzt plötzlich diese Unmengen von Klopapier und dann hast du noch ein bisschen Mehl und ein bisschen Öl und so weiter, ne.

Andre:
[22:16] Das kannst du alles ja super, ganz einfach irgendwo im Schrank stapeln. Baust du ja gar keinen Kühlschrank für keinen großen äh oder sonst irgendwie in den Lagervorrichtung. Ist nicht alles leicht stapelbarer Güter.

Micha:
[22:28] Ja. Bis für, ist für die Brandschutzbeauftragten äh wahrscheinlich ein, eine Alptraum, wenn er alles mit Klopapier auskleidest, aber ähm gut, da haben wir die.

Andre:
[22:38] Vielleicht Tablet hier mittlerweile einige Leute auch in Lavendel mit Klopapier, weil sie nicht mehr wohin wissen mit ihren ganzen Reserven.

Micha:
[22:45] Ja, in der wobei das verstehe ich an dieser australischen Geschichte, die ich eben erwähnt hatte, nicht so wirklich, warum warum der Typ das jetzt zurückgeben wollte, ne, weil es verdirbt ja nicht, ganz ja. Außer er brauchte irgendwie schnell Barge.

Andre:
[22:57] Er wollte es zum alten Preis zurückgeben oder.

Micha:
[23:01] Er woll.

Andre:
[23:02] Wollte jetzt einen höheren Preis dafür kassieren.

Micha:
[23:07] Nee, ich glaube, er hätte es sogar zu einem geringeren Preis. Ja, ich weiß es nicht mehr. Ich habe es ich meine, es wurde ich, ich glaube, ich hatte in in BBC Podcast gehört oder so.
Und ähm da hatten sie den ähm da kam der, der Leiter von diesem Supermarkt.
Ähm äh der kam dazu Wort und hat das erklärt und er war derjenige, der gesagt hat, ne, wir nehmen das nicht zurück. Einfach aus Prinzip. Und das ist zumindest in Australien oder in der englischsprachigen,
Welt, ähm, wo so ein bisschen die Medien gegangen. Naja. Ähm.

COVID-19: Ge-/Verbote vs. Richtlinien

https://graukaue.eu/gk025/#kapitel5

[23:44] Gut eine andere Sache ähm in Zusammenhang mit der Pandemie. Es sind die ganzen Richtlinien, Verbote und Umgebung. Ähm also,
Alles in allem würde ich sagen, dass die meisten Länder das doch eigentlich ziemlich gut.
In den Griff bekommen haben oder im Griff haben. Also, ich meine, Brasilien, die USA, es gibt so ein paar Länder, wo es.

[24:12] Ja, offensichtlich besser hätte laufen können, ja, wo viele Chancen versäumt wurden, aber mittlerweile gibt’s ja ein paar Länder, nicht nur.
Deutschland auch viele andere europäische Länder, auch Italien und Spanien. Ähm, ich glaube, das Vereinigte Königreich auch, Südkorea.
Ich würde behaupten, es gibt eine Menge Länder, die das eigentlich ganz gut im Griff bekommen haben. Und die allermeisten Leute scheinen sich ja sehr rücksichtsvoll.
Und sehr vorsichtig zu verhalten. Äh die meisten tragen Masken, die meisten halten Abstand und so weiter. Also ich habe nicht das Gefühl, dass ähm oder ich habe das Gefühl, dass die meisten da.
Gut mit umgehen, ne. Ähm so, jetzt gab’s ja aber.
Lauter Richtlinien und Verbote. Ähm, ich meine, nicht nur die Situation in Deutschland, auch die in den anderen Ländern, ähm, ich lese auch viel internationale Presse, aber ähm,
gut nehmen, weil man nehmen wir mal nur die Situation in Deutschland.
Du kannst ja einigermaßen gut recherchieren, was jetzt die aktuellen Richtlinien sind und alles in allem wurde das, wie gesagt, auch hierzulande ziemlich gut.

[25:38] Gehandhabt. Unterm Strich. Aber ich habe immer das Gefühl, dass wir nicht so viele Verbote.
Brauchen und dass wir nicht so viele spezifische Regelungen brauchen. Also ich ich könnte, also ich bin, ich bin Freund dieser schwedischen Modells. Und ich habe das Gefühl, wenn man der Bevölkerung.
Ein bisschen was zutraut.
Ähm also nicht nur intellektueller Hinsicht, sondern auch einfach in in sozialer und zwischenmenschlicher Hinsicht, dann kann das auch.
Funktionieren. Und also was ich damit meine ist, also zum einen hast du ja die Richtlinien
Also solche solche Handlungsempfehlungen, die von den Viologen und Medizinern kommen, wie zum Beispiel ein Mindestabstand, regelmäßiges Händewaschen, tragen der Maske,
und so weiter, ne? Und äh Leute im hohen Alter,
ähm sind höher sind größeren Gefahren ausgesetzt als jüngere Menschen, die alles in allem ziemlich gesund sind.

[26:45] Das sind alles Dinge, da macht es Sinn, die zu kommunizieren, einfach, damit die Leute wissen, was es mit diesem Virus auf sich hat, was die Gefahren sind und was sie unternehmen können, u.
Das Risiko zu minimieren, dem sie sich selber aussetzen und dem sie äh andere Leute in ihrem Umfeld aussetzen.
Aber dann darüber hinaus gibt’s ja noch viele recht handfeste Verbote oder oder Regeln, wo festgelegt wird, welche Art von Veranstaltungen ihr zulässig ist oder welche,
Größe zulässig ist und welche nicht und all diese Dinge und immer, wenn ich.
Immer, wenn ich mit Leuten besprochen habe und gesagt habe, dass ich denke, dass weniger hier vielleicht mehr ist.
Ähm dann kam das nicht so wirklich an.
Ne, weil aber die Argumentation ist komischerweise. Also meine These ist im Wesentlichen die, dass ähm.
Dass wenn du allzu viele spezifische fair Umgebote definierst, die sich ja auch, zumindest im Frühjahr, innerhalb kürzester Zeit ständig geändert haben, dann wird’s irgendwann unübersichtlich.

Andre:
[28:06] Und vor allem sich auch räumlich unterschieden haben, ne. Gerade in Deutschland, zwischen den Bundesländern, zum Teil sogar zwischen Kreisen, innerhalb von Bundesländern.

Micha:
[28:14] Genau. Ne, und das sind ja nicht nur die die Länder und Kreise, sind ja auch zum Beispiel die ähm die Busgesellschaften oder so, ne? Dann macht die Festische hier, macht so und wenn er ein paar Städte weiterfährst
dann funktioniert’s da irgendwie anders.

[28:33] Also, ein Stück weit ist es unübersichtlich und außerdem vor allem im Frühjahr, wo alles so so schnelllebig war und wo viele verschiedene Ideen und und Verbesserungsvorschläge diskutiert wurden. Da war ja auch äußerst unsicher, ob die.
Ob die Richtlinien und Verbote von heute auch morgen oder nächste Woche noch gelten?
Ne, zu dem Zeitpunkt, wenn er so ein bisschen vorausplanen wollte, ist, war das ja äußerst schwer, weil keiner wusste, was was ist nächste Woche oder was ist in einem Monat? Und.

[29:06] Ich habe, also wenn ich dann, also meine, wie gesagt, meine These war dann die, vielleicht sollten wir.
Nur so viele Verbote definieren wie nötig und und so wenige wie möglich.
Und da habe ich keinen gefunden, der mir da, der mir dazugestimmt hat.
Das waren oft Leute, die gesagt haben, ja, aber guck mal, wir, äh, ich war gestern hier und da und da gibt’s lauter Leute, die gegen dieses und jenes Verbot verstoßen haben. Und dann ist die Argumentation immer, ja,
Guck mal, guck mal, die ganzen Idioten da draußen. Ja, guck mal, all die Leute, die sich an die Verbote, die ist jetzt schon, die, die es jetzt gibt, nicht halten, ähm.
Um die zu regulieren, brauchen wir jetzt noch weitere Gebote, obwohl diese Leute gerade festgehalten haben, dass, dass Leute gibt, die sich an dieser Verbote nicht halten, oder dass diese Verbote ein Stück weit unwirksam sind.
Und ich find’s nicht so ganz nachvollziehbar, dass dann, dass das Rezept dann weitere Verbote ist. Verstehst du, was ich meine.

Andre:
[30:14] Ja. Ich meine.

Micha:
[30:16] Ist es vielleicht nicht so ganz von der Hand zu weisen, zu sagen, wir machen einfach immer noch mehr,
Verbote, ja? Die Leute werden dann nicht gegen alle diese Verbote verstoßen, aber vielleicht.
Vielleicht ist dieser typisch schwedische Ansatz, jetzt nicht nur bei Korona, ja, die Skandinavier, ich habe ja auch mal ein Jahr in Schweden gelebt. Äh die haben ja einen etwas.
Wie soll ich sagen, ein etwas äh nichts zutrauliches falsche Wort, äh aber die haben ja.

Andre:
[30:45] Ein selbstbestimmtes.

Micha:
[30:47] Nee, die haben ja generell so eine Herangehensweise, wo sie ihren Mitbürger ein bisschen mehr zutrauen.
Ne? Und ich, wenn du, wenn du dich auf die Richtlinien und die Informationen von den Virologen und Wissenschaftlern,
beschränkst und auch so die nötigsten Verbote, vielleicht reicht das, ne? Weil, wenn du immer noch mehr Verbote oben drauf packst, dann wird’s immer unübersichtlicher und immer unübersichtlicher und umso mehr Verbote du hast,
desto mehr Beispiele fallen dir auch auf, wo Leute gegen diese Verbote verstoßen und.
Nicht nur das, du hast immer mehr Leute, die für sich selber erkennen, dass sie sich an bestimmte Verbote nicht halten möchten oder können. Und äh.
Wenn also wenn ich selber mir überlege, was ich jetzt mache,
und ich dann feststelle, ich muss hier aber gegen drei dieser Verbote verstoßen und ich finde, äh ich finde diese Verbote unsinnig und ich bin nicht bereit, mich daran zu halten. Äh.
Dann hat das ja auch einen Effekt auf äh meine, soll ich sagen.
Also, wenn ich drei Verbote als überflüssig undinnig identifiziere, zumindest für mich selber, ja, dann gehe ich vielleicht auch davon aus, dass die anderen Verbote nicht so wirklich.
Sinnvoll sind.

Andre:
[32:13] Ja. Ich meine, ein äh grundsätzliches Problem mit solchen Verbotsansätzen. Ist natürlich, denke ich, dass sie immer zu pauschal sind, weil sie nicht äh jede Besonderheit, jede Speative die Situation umfassen können
das Maskengebot, ähm ÖPNV, es ist ein Beispiel dafür, wenn man jetzt allein auf dem Bahnsteig sitzt, gut, dann müsste man an dich äh keine Maske tragen,
Auf der anderen Seite, wenn man dann doch eine überfüllte U-Bahn steigt, wie es mittlerweile ja auch häufiger mal wieder vorkommt, äh für dies auch eben mit morgens immer mal wieder
äh bringt’s auch nichts, wenn die Leute dich getränkt mit Maske, wie gegenüberstehen. Ähm dann gibt’s auch noch ganz andere Möglichkeiten, den Virus zu übertragen.

[32:54] Das ist, denke ich, ein grundsätzliches Problem, äh der der Verbotsansätze, ähm, dass sie nie so kompliziert äh und so umfassend sein können, dass sie für jede Eventualität gewappnet sind,
und alles äh jeweils genauso regulieren, wie man in der jeweiligen Situation tun müsste,
da denke ich auch, da ist dann letztendlich einfach der gesunde Menschenverstand gefragt.
Das kann dann eben nur äh der Personenkreis in der jeweiligen Situation entscheiden, was die richtige Verhaltensweise ist. Ähm aber
Um das beurteilen zu können, wiederum, was es ja auch schon gesagt, Bedarf ist natürlich der notwendigen Informationen über den Vios. Und auch durchaus äh Verhaltensempfehlungen, das ist äh
schon wichtig, dass die Leute wissen, wie man dann am besten reagieren sollte, in der jeweiligen Situation. Und womit man auch andere gefährdet.

Micha:
[33:44] Diese Empfehlungen gehen aber natürlich unter, wenn du noch unzählige Verbote oben drauf packst, die vielleicht nicht so wirklich notwendig sind, ne, zum meines Erachten, zu.

Andre:
[33:55] Ja, ich meine, das Verbot ersetzt ja die Empfehlung sozusagen. Die Empfehlung äh setzt der voraus,
wir sagen selbstbestimmt agieren in einer Situation und da für Ratschläge bekommen. Und die ist selbstbestimmter agieren, endet ja da, ähm wo ein Verbot in Kraft tritt, ähm
da ja, da wird dann das Gehirn sozusagen ausgeschaltet. Ähm,
was auf der anderen Seite, ja aber auch mit meiner konumusch argumentieren ja die Transaktionskosten verringert,
man kann sich dann halt zurücklehnen, man weiß, okay, ich zahle die Maske auf, alleine.
Jetzt keine großen Gedanken mehr machen, wie ich mich in dieser oder jeder Situation verhalte, ob ich sie aufsetze oder nicht.

Micha:
[34:35] Ja, ja, das ein Effekt, aber ich glaube nicht, dass der überwiegt. Also diese, diese Transaktionskosten, die man dadurch reduziert, weil wie gesagt, du eben auch.

Andre:
[34:45] Natürlich vorausgesetzt, dass das Verbot auch äh in in die richtige Richtung geht, sonst.

Micha:
[34:50] Ja, du musst ja erstmal feststellen, welche Verbote jetzt überhaupt auf dich zutreffen, ne? Das ist ja.

Andre:
[34:56] Ja klar.

Micha:
[34:56] Du wirst, also jeder wird ja ständig Einzelfälle für sich identifizieren,
Wo er nicht wirklich weiß, welches Verbot oder Debut darauf jetzt anzuwenden ist. Und,
dann musste in all diesen Fällen doch wieder auf die Richtlinien zurückgreifen, um für die silberne Entscheidung zu treffen, was jetzt
was halt sinnvoll ist. Und das tun noch viele. Also nicht nur die Leute greifen ja nicht nur auf die Richtlinien zurück, die greifen auch einfach auf ihren gesunden Menschenverstand zurück,
die allermeisten. Da das, glaube ich, keiner allzu weit verbreitete Sichtweise, aber ich persönlich,
mag die Sichtweise, man mag sie naiv oder weltfremd nennen, aber ich persönlich.
Halte sie für nicht ganz so weltfremd. Ich mag die Perspektive anderen Leuten bisschen was zuzutrauen. Und,
nicht allen deutlich weniger zuzutrauen als mir selber,
ich glaub die allermeisten wenn du den diese Richtlinien an die Hand gibst und Handlungsempfehlungen aber keine Handlung,
und Verbote, dann dann treffen die alles in allem schon recht gute Entscheidungen und ich äh,
Ich meine, ich ich bin noch nicht absolut von überzeugt, das ist einfach nur eine eine These meinerseits, die ähm ich allzu abwegig halte, worüber ich mich wirklich gewundert habe, war einfach nur die.

[36:19] Ablehnung oder die Gegenwehr, die davon paar Leuten kommt und die Argumentation war im Wesentlichen tatsächlich immer die, ja, aber du siehst doch, dass es Leute gibt, die sich,
da nicht dran halten, also braucht man noch mehr Verbote, um die noch weiter einzuschränken. Und das kommt teilweise von Leuten, die selber zugeben,
dass sie sich nicht an alle Verbote halten, also teilweise von Leuten, die gegen diese Verbote verstoßen und dass,
auch für argumentieren, also im Wesentlichen damit das sie sich nicht dranhalten wollten, noch nicht mehr konnten und für sich beschlossen haben, das ist vertretbar,
ähm ethisch vertretbar, da jetzt gegen zu verstoßen. Ä.
Und manche solche Leute plädieren dennoch weiterhin für Verbote, obwohl sie selber schon beschlossen haben gegen diese Verbote zu verstoßen.
Weil sie in ihrer Situation keinen Sinn machten.

Andre:
[37:16] Ja und die die Kosten der Sanktionierung äh die sind ja auch in der regelrelativ hoch, weil in der Masse natürlich das Fehlverhalten auch erstmal identifiziert werden muss.
Das wissen natürlich auch die, die nicht die Absicht haben, sich an die Verbote zu halten.
Und ähm da gebe ich dir Recht, äh daran ändern ja auch weitere Verbote nichts. Ähm ja im Gegenteil, dann äh werden die Sanktionskosten äh noch höher,
sein.
Ja, ich meine, das ist wahrscheinlich einfach an der Natur des des Virus begründet. Wenn es einzelne Idioten gibt und die, die gibt es ja nun mal leider in der Tat,
ist den halt schwer beizukommen, wenn man sie jetzt nicht ins Gefängnis werfen will und das kann man ja nun mal prophylaktisch und auch nicht machen,
Ähm aber auf der anderen Seite, ich meine, jeder einzelne hat ja dennoch in der Regel, insofern da eben nur einigermaßen selbstbestimmt lebt, die Möglichkeit, ähm, sich auch vor solchen Leuten zu schützen,
wenn sie eigentlich gerade ins Gesicht springen,
Ähm und und das ist natürlich auch etwas, äh was was nicht der Gesetzgeber regeln kann, wo der Gesetzgeber kein nicht keinen Schutz geben kann, sondern mal eben selber auf der Hut sein muss,
vielleicht eben auch gewisse Menschenansammlung meidet. Und da sind wir dann ja auch wieder beim gesunden Menschenverstand. Ohne den geht es ganz sicher nicht in solchen Krisensituationen.

Micha:
[38:35] Und das ist für die Leute ja auch nichts Neues, das ist bei der ganzen Impfgeschichte ja ganz ähnlich, ne? Du du weißt, die meisten Leute sind gegen die meisten Dinge geimpft, aber es gibt Leute, die,
sich eben nicht impfen. Also teilweise aus medizinischen und somit guten Gründen und teilweise einfach aus einer,
generellen Ablehnung heraus. Ähm oder bei anderen Dingen, ne? Es gibt äh es gibt halt viele Dinge, wo du abwägen musst zwischen
deinen egoistischen Interessen und äh so dem Gemeinwohl. Und das ist bei der Pandemie ja nicht so ganz anders. Da sind die Leute ja jetzt nicht mit einer Art von Überlegung konfrontiert, die sie so aus ihrem bisherigen Leben nicht,
denke ich. Ja, gut, äh.

COVID-19: Bedingungsloses Grundeinkommen

https://graukaue.eu/gk025/#kapitel6

[39:23] Die dritte Sache, ähm da habe ich gar nicht so viel zu sagen, aber das geht mir immer wieder im Kopf rum, also die dritte Sache zu dieser
äh Corona und und Geschichte ist, dass bedingungslose Grundeinkommen, weil ich immer wieder, wenn ich die Nachrichten verfolge, denke
dass wir jetzt, wenn’s jetzt ein Land gebe, was jetzt das BGE schon hätte, äh.

[39:46] Dann wäre das jetzt so eine diese ganze Situation, werde, wer jetzt eine, ein, ähm, ich sage eigentlich ein Anwendungsfall, aber ähm, das wäre jetzt meine Situation, wo die Vorteile des BGEs wirklich,
greifen würden, ne? Also wir mussten uns jetzt und die Verantwortlichen mussten sich so viele Gedanken drüber machen und müssen das immer noch, welchen,
Individuen und welchen Betrieben,
helfen und wie sie ihnen helfen und in welchem Umfang. Und zumindest, was die Individuen anbetrifft,
Viele davon sind ja Selbstständige und Freiberufler, die oft sehr.

[40:26] Kurzfristig und und direkt betroffen sind. Ähm von sowas wie eine Pandemie durch einen sofortigen Verdienstausfall,
dagegen kann man sich natürlich versichern, aber das ist auch nicht jeder und nicht in im vollen Umfang,
ähm wenn sowas wie das BGE gäbe, dann werden wir alle äh abgesichert,
ähm zumindest ein Stück weit und wir müssten diese ganzen Überlegungen und Anstrengungen,
oder nicht, nicht alle natürlich, aber äh viele davon wären jetzt gar nicht nötig, weil jeder schon äh,
abgesichert ist, durch das BGE. Und ähm.
Ich hatte an anderer Stelle schon mal gesagt, ich würde das gerne mal ausführlicher betrachten. Ich habe mich, ehrlich gesagt, habe ich mich damit noch nie wirklich intensiv auseinandergesetzt, ist einfach nur äh ich denke immer öfter drüber nach und äh.
Entwickle immer mehr Sympathie für den Gedanken hinter dem BGE.

Andre:
[41:31] Wobei ich jetzt im Bezug auf die Pandemie argumentieren würde. Das ist ja schon stark asymmetrischer Effekt war, ne? Also einige Branchen wohnen ja
deutlich stärker mit Leidenschaft gezogen als andere, nicht da so an uns denke, die Forscher und quasi gar nicht betroffen, also,
auch nicht auch nicht in der Auftragsklage kaum in der praktischen Arbeit. Ähm die sind ja wirklich die Glücklichen, wenn ich da dann eben gerade an Kunst schaffende denke.

Micha:
[41:57] Du hast nur ein paar Wochen von zu Hause ausgearbeitet und bis jetzt seit April oder Mai schon wieder im Büro, ne?

Andre:
[42:04] Ja, und das war war kein wirklicher Produktivitätsausfall, ne? Man kann sich ja überentsprechende Konferenzsoftwares Problemlos verlinken,
eher im Gegenteil, also ich hatte sogar das Gefühl, dass jetzt eben weniger überflüssige Besprechungen oder vor Ort Termine gab und man dadurch sogar produktiver geworden ist,
bei den eigentlich relevanten Arbeiten. Und wir tun da jetzt eben vor allem die Kunst schaffenden Leid und äh ja, natürlich,
die Selbstständigen, die Unternehmensbesitzer im Bereich Gastgewerbe, Hotellerie, ja, auf vielen Dienstleistungssektoren.
Und ich meine, wenn das Grundeinkommen wirklich bedingungslos äh wäre, dann denke ich persönlich äh nicht, dass man den jetzt damit mit so einem Modell am besten äh,
helfen würde, weil dann ich meine, dann würden die alles bekommen, ne. Also klar, kann man argumentieren, die hätten dann ja immer noch ihr Grundeinkommen, aber andere hätten das ja auch.
Und ich finde eigentlich, ähm, gerade, weil diese, diese Panthemise unvorhersehbar, aber auch in ihrer Schockwirkung
und äh weil die so ungerecht ja ein gewisser Hinsicht bestimmte Wirtschaftsweigen nur betroffen hat, sollte man staatlicherseits auch versuchen, diese Ungerechtigkeit ein bisschen auszugleichen
und das kann man ja eigentlich am ehesten, die man wirklich ja bewusst diskriminierend Hilfe leistet, also eben nur die Sektoren unterstützt, die besonders betroffen sind.

Micha:
[43:25] Also ich hatte das BGE ja jetzt auch nur auf äh,
auf Personen bezogen, ne? Also, dass so ein Unternehmen, wie die Lufthansa, viel stärker betroffen ist, als mancher Dienstleister, der ohnehin größtenteils online tätig ist. Ähm.
Das ist ja, das ist ja klar und dass die Lufthansa mehr,
Beihilfen benötigt, als eben diese Dienstleister, dass ja vollkommen okay, mir geht’s, mir geht’s ja wirklich nur um die Individuen und und um die Bürger
Wie zum Beispiel Leute, die,
äh Leute, die in der Gastronomie arbeiten, als Angestellte, ne? Kellner oder oder Barkeeper und ähm all diejenigen, die von, ja, nicht heute auf morgen, aber ziemlich plötzlich,
keine Arbeit mehr hatten. Ä,
Ich meine, hierzulande sind wir ja ohnehin recht gut abgesichert. Das ist in, in manchen anderen Ländern ist das, ist dieser Effekt ja noch viel ähm viel direkter und und äh viel schneller.

Andre:
[44:28] Weil die trotzdem vielleicht die ich nicht so ganz.
Ankommen, weil ich mal von der Konstruktion her. Hätten sie das Einkommen, der so dazu bekommen? Also, wenn ich das richtig verstehe, dass wenn’s wirklich ein bedingungsloses Grundeinkommen ist, hätten sie es ja vor der Ampategie bekommen und auch äh während der nämlich,
aber das hieße ja, sie hätten unterm Strich ja dennoch in Verdienstausfall.

Micha:
[44:52] Ja, aber sie fallen ja, sie fallen ja nicht auf null. Also du fällst ja zumindest auf ein Niveau, wo du weißt, du kannst deine Miete bezahlen und du kannst die Lebensmittel kaufen.

Andre:
[45:03] Aber ich meine, der Freiberufler, der dann deine Online-Dienstleistung macht, der würde das ja auch bekommen und hätte keinen Verdienstausfall.
Das das finde ich halt, diese, diese Asymmetrie in der Schockwirkung, ähm die sehr ungerechtigkei
die finde ich, sollte man staatlicherseits auch versuchen auszugleichen
und dafür scheint mir das bedingungslose Grundeinkommen an der Stelle nicht das richtige Instrument zu sein. Das ist kein Argument per se gegen das Grundeinkommen, aber es wäre für mich eben keine Maßnahme, um ähm die folgender Chorona von dem hier auszugleichen.

Micha:
[45:34] Ja, also ich meinte auch nicht, dass es BGE jetzt maßgeschneidert ist für eine Schockwirkung wie diese,
meinte einfach nur, dass ich äh immer mehr Sympathien habe für das Instrument als solches und wäre es bereits in Kraft, hätten wir das ohnehin schon, dann würde die Schockwirkung für viele Leute nicht so,
stark ausfallen, wie sie jetzt eben ausfällt. Und dieses Gerechtigkeitsargument.
Kann ich nicht so ganz nachvollziehen, weil ich finde, dass man’s auch,
Na, wobei bei der Schockwirkung vielleicht schon eher, aber es wird in Bezug auf das BGE ganz allgemein, wird das Gerechtigkeitsargument immer gebracht,
in dem Sinne, dass es ungerecht sei, dass alle das einfach bekommen, unabhängig von äh von der Notwendigkeit.

[46:27] Finde, das kann man umdrehen, man kann auch einfach sagen, es ist äh es ist viel gerechter, einfach pauschal, allen das Gleiche zu zahlen, unabhängig davon, was sie dann noch dazuverdienen, als jetzt von staatlicher Seite.
Immer Anträge abzuarbeiten und und auf individueller Basis zu beurteilen, wer es jetzt verdient, weil in dem Moment, wo du,
wo du’s individuell ausgestaltest, gibt’s ja auch immer die Möglichkeit,
zum Betrug und zum Missbrauch. Bei einem BGE bekommst du einfach einen bestimmten Betrag, egal was du machst. Ne, da kannst du, da kannst du zum Amt fahren und äh sagen hier, ich hab,
kein Geld für Lebensmittel und und kann ich ihren Müsliriegel haben und äh äh ja, mir geht’s nicht so gut,
äh dat spielt alles keine Rolle, wenn er dann rausgehst und in dein Maibach steigst und dann ja, der der Sachbearbeiter sieht das und denkt, ja, ist ja egal. So, das ist seine Situation, ist mir vollkommen wurscht,
äh also somit brauchst du diesen Sachbearbeiter auch nicht, die jetzt äh ja, aber es ist, ist vollkommen egal, ne.

Andre:
[47:41] Äh das ist natürlich ein allgemeines ähm Argument äh für ein bedingungsloses Grundeinkommen, dass man Verwaltungskosten einsparen kann.

Micha:
[47:48] Ja. Ja.

Andre:
[47:50] Allgemein Argumentation bezog sich ja nur sozusagen auf die Rolle des Grundeinkommens innerhalb einer äh Krisensituation wieder,
da würde ich ihm argumentieren, dass bei solchen Asymmetrischen Schocks, Grundeinkommen nicht unbedingt das richtige Mittel ist, um die Wirkung abzufedern.

Micha:
[48:09] Na ja, da hast, also bei, bei all den Leuten, die so, bei denen sofort das Einkommen wegbricht und die auch keine nennenswerte Ersparnisse haben. Also, all die Leute, die zu Beginn einer solchen Krise sofort zum Jobcenter rennen und
Hartz vier beantragen, zum Beispiel.
All diese Leute bräuchten das gar nicht zu unternehmen, wenn sie grundsätzlich das BGE erhalten würden und dann bräuchtest du auch diesen Bürokratieapparat nicht.
Ähm bei den allermeisten Fällen, also bei den Leuten äh.

[48:44] Äh bei den Leuten, deren Einkommen nicht komplett wegbricht und die durch die Krise,
äh jetzt nicht auf Transferzahlungen angewiesen wären. Bei denen macht’s natürlich keinen Unterschied hinsichtlich der Krise, ob sie jetzt das BGE bekommen oder nicht, aber.
Es gibt viele viele Leute, bei denen wird’s dann eben doch einen Unterschied machen
und vielleicht habe ich’s schlecht eingeführt. Also, meine Argumentation oder mein, meine Überlegung war jetzt auch nicht, die das BGE gutes Instrument, in diesem konkreten Fall ist, meine Überlegung ist einfach nur die.
Äh dass einige der Vorteile des BGEs.
Jetzt erkennbar werden würden, in einer solchen Situation. Ja, war so ein, bei so einer Krise musste ja ziemlich schnell reagieren und muss lauter Lösungen für viele verschiedene Probleme finden und dadurch, dass du,
äh dass dadurch, dass so ein großen Teil dieses Aufwandes vermeidest.
Ja, hast du mehr Zeit für all die anderen Fälle. Und ähm.

Andre:
[49:50] Ja, ich meine, im Hinblick auf die Ausgestaltung ist dann ja sicherlich auch eine wichtige Frage, ob dann das bedingungslose Grundeinkommen wirklich komplett alle anderen Transfersysteme ersetzt. Oder ob es ergänzend eingeführt wird.

Micha:
[50:04] Na ja.

Andre:
[50:05] Und natürlich auch, wie hoch es ist. Also reale hoch ist.

Micha:
[50:08] Ja. Ja, ich glaube, die übliche Forderung ist.

Andre:
[50:10] Der schönen Unterschied.

Micha:
[50:12] Ja, die übliche Forderung ist, ist, glaube ich, tausend Euro nominal, pro Monat, für jeden. Ähm und ich kann mir nicht vorstellen, dass es wirklich Leute gibt, die fordern das BGE zusätzlich zum.
Zur Sozialversicherung, so wie sie jetzt ausgestaltet ist, einzuführen. Und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass irgendjemand fordert, dass BGE einzuführen, ohne,
die Steuersätze anzupassen. Wenn das so wäre, dann hätte die FDP Recht, weil ich habe mal,
Ich wollte mal nachschauen, ob äh ob’s irgendwen gibt, der das BGE jetzt im Corona Kontext ähm,
zur Sprache bringt und laut Internet gibt’s da wohl einige. Ich hatte da nur irgendwie nie was von gehört, hatte nur vermutet, dass es solche Leute geben muss. Und ähm.

[51:05] Ich habe, ich werde mal einen Artikel aus der Frankfurter Rundschau.
Verlinken. Äh der bezieht sich gar nicht auf die Krise. Ehrlich gesagt, der stellt einfach nur kurz dar, was die Meinung der,
fünf großen Parteien, äh die AfD ist das nicht dabei, äh was die Meinung dieser Parteien zum BGE ist, ganz unabhängig von der Pandemie. Äh
Also im Wesentlichen kannst du mal kurz durchgehen,
äh ach so, ich äh ich hatte das jetzt erwähnt wegen der FDP. Die FDP ist gegen das BGE, weil sie der Meinung ist, dass BGE und Sozialstaat nicht beide finanzierbar sind.

[51:42] Dem würde ich mich wohl anschließen, ohne es zu wissen, aber ich vermute mal damit haben sie Recht, nur.
Kann mir auch nicht so wirklich vorstellen, dass es viele Leute gibt, die fordern, dass BGE einfach nur oben draufzusetzen. Ne, weil das.

Andre:
[51:56] Hatte die FDP nicht auch mal einen eigenen Vorschlag ins Spiel gebracht? Und im Stichwort Bürgergeld. Weiß nicht genau, was dahinter steckt, aber ich hatte immer die Vorstellung, dass der Einsatz zu sagen, dass das Grundeinkommen aus FDP-Sicht.

Micha:
[52:10] Also ich habe mir eigentlich die gleiche Frage gestellt, weil ich meine, ich hätte, als ich noch in Kiel gelebt habe, ähm.
Ich meine, ich hätte davor einer Landtagswahl, Plakate oder Flyer gesehen von dem FDP-Kandidaten,
wo das BGE erwähnt war,
Also in meiner Erinnerung haben die das nicht Bürgergeld oder irgendwie anders genannt. Ich meine, da bin ich überhaupt das erste Mal so wirklich darauf aufmerksam geworden und ich meine, das waren FDPler,
Ist interessant, dass du das jetzt sagst, weil ich hatte mich da heute Morgen dran erinnert und dachte, naja, wahrscheinlich stimmt meine Erinnerung einfach nicht.

Andre:
[52:49] Nicht meine doch, dass es ähm aber ich kann jetzt auch nicht sagen, wie verwandt äh dieses Konzept mit dem bekannteren Konzept des bedingungslosen Grundeinkommens ist.

Micha:
[53:00] Ja. Ja gut, also wie ich eben schon mal sagte, ich ich würde da gerne irgendwann mal eine etwas längere Folge oder einfach eine eine eigenständige Folge rausmachen. Ähm.

Andre:
[53:11] Ich glaube auch, das Thema äh muss man vielleicht auch nochmal umfassender versuchen irgendwie äh zu diskutieren,
Es hat natürlich sehr viele Facetten. Seiner Berührung eben zur Rentenfrage, sogar meinen Gestaltung der Sozialversicherungssysteme. Ich denke, das könnten wir durchaus mal für eine, für eine ganze Sendung nutzen, zukünftig.

Micha:
[53:30] Das Schöne ist, dass es auch mittlerweile eine ziemlich globale Idee, es gibt viele Länder, in denen das diskutiert wird und es gibt viele Bewegungen, in vielen verschiedenen Ländern
die sich dafür stark machen, äh nicht unbedingt für die Einführung, teilweise auch einfach nur für die Erforschung, zum Beispiel in Finnland, hatten sie mal ein Projekt, wo sie tatsächlich,
ich glaube so ein paar tausend Leuten eine Zeit lang bedingungsloses Grundeinkommen gezahlt haben,
ähm aber gut, also den müssen wir uns irgendwann mal ausführlich widmen. Ich hatte jetzt nur, also der Artikel aus der Frankfurter Rundschau, den ich verlinke, da ist beschrieben, dass die Union dagegen ist, deren Argument ist, dass der Mindestlohn reicht,
äh welchen man natürlich nur erhält, wenn man Arbeit hat. Im Gegensatz zum BGE, das hält eben auch, wenn er keine Arbeit hast. Äh.
Die SPD ist gegen das BGE. Sie ist der Meinung, wir brauchen eine Recht auf Arbeit,
äh die Grünen sind nicht dagegen, sie sind eher dafür, ziehen das zumindest in Erwägung, zusammen mit manchen anderen Maßnahmen, die sie weiter,
Ja, weiter in Erwägung ziehen und beleuchten möchten. Ähm, die sind der Meinung, dass noch ein paar Zwischenschritte notwendig würden, äh, notwendig wären, bevor wir hierzulande.

[54:56] Äh das BGE einführen. Die Linke ist sich uneinig. Äh sie fordert den Einsatz einer Enquete-Kommission im Deutschen Bundestag, aber.

[55:06] Äh darüber hinaus haben sie keine einheitliche Stellung äh Meinung. Und die FDP, wie ich eben schon mal sagte, ist dagegen äh.
BGE und Sozialstaat sind nicht beide gleichzeitig finanzierbar. Die AfD ist noch nicht mit aufgeführt. Ähm wenn ich mich an die,
Wald der letzten Wahlen, sowohl Landtags als auch Bundestagswahlen, auch Europawahl erinnere,
Da gibt’s ja unter den so dreißig bis vierzig Parteien, die da aufgelistet sind, mittlerweile schon so ein paar, die sogar BGE im Namen tragen, ne? Oder bei denen zumindest das BGE ein zentraler,
Bestandteil äh ihrer ihrer politischen Forderung ist. Ähm also das Ganze hat schon ein bisschen Momentum. Es ist nur,
ja, wie wie ich eben erwähnt hab
unter den großen Parteien noch nicht so wirklich angekommen. Ähm ich weiß es nicht, aber ich würde mal davon ausgehen, dass die AfD das äh so ähnlich sieht, wie die Union und gegen das BGE ist. Äh somit hast du im im deutschen Bundestag hat das
aktuell keine Chance, so wie es aussieht. Gut. So, ich nehme jetzt nochmal einen Schluck Wasser und dann können wir zum eigentlichen Thema kommen,

Die Simbabwe-Dollar

https://graukaue.eu/gk025/#kapitel7

[56:20] erinnerst du dich noch an die äh an das Preisgeld vom EG Nobelpreis.
Das äh.

Andre:
[56:31] Preisgeld.

Micha:
[56:32] Ja. Es gab so ein paar,
Ähm wir hatten letztes Jahr in der Folge dazu, hatten wir dieses PayPal zu den Bakterien auf den verschiedenen Banknoten besprochen und in dem Zusammenhang habe ich erwähnt, dass die.
EG Nobelpreisgewinner, alle zehn Billionen Dollar bekommen. Also einen einzelnen Schein.
Von zehn Billionen Dollar und genau genommen ist diese Währung der.
Und in der Folge hatte ich, also es ist natürlich nur ein Spaß im Kontext dieser Preisverleihung, ne. Ähm.
Ich hatte letzte Mal erwähnt, dass ich nachgeschlagen oder nachschlagen wollte, wie viel das denn eigentlich in Euros oder US-Dollar ist,
dann schnell feststellen musste, dass ich,
dass ich das nicht weiß, weil es verschiedene gab und mir nicht klar war, welcher das jetzt ist und so weiter und aber unterm Strich hat das kein, kein wirklichen Wert. Du kannst, wenn du möchtest,
kannst du mal auf Amazon schauen, wenn du da sowas wie Symbapfer und Inflation suchst, dann wirst du verschiedene Angebote aufgelistet bekommen von,
tatsächlich Banknoten aus dem.

Andre:
[58:00] Ja, sind Bab für Dollar. Es war super Begriff. Auf jeden Fall schon mal beliebt.
Eine Trillion Dollar, ja. Im Angebot für hundertneunundfünfzig Euro.

Micha:
[58:09] Okay, One.

Andre:
[58:10] Ach so, genau, ist ja eine Billion auf Deutsch, ja, ja. Ja, genau. Eine Billion, ja eine.

Micha:
[58:16] Der Größenordnung auch ziemlich egal, kann sich sowieso keiner drunter vorstellen.

Andre:
[58:18] Neunundfünfzig. Naja, zehn Billionen G zehn Millionen für neununddreißig Euro.

Micha:
[58:25] Ja, aus den Preisen, da kannst du nicht viel, also einen einzelnen Schein für irgendwie neun Euro fünfundneunzig. Christoph auf jeden Fall. Ähm die Sache ist, das ist überhaupt nichts wer.

Andre:
[58:37] Tivihrung so noch im Verkehr, wahrscheinlich nicht, ne.

Micha:
[58:39] Nee, das ist nämlich der Punkt, äh, die wird seit, ich komme gleich noch dazu, die wird seit zweitausendundneun, glaube ich, schon nicht mehr gedruckt und zweitausendfünfzehn wurde sie komplett abgeschafft.
Und äh na ja, letztes Jahr wurde sie wieder eingeführt. Sozusagen.
Erkläre ich gleich noch. Ähm für die Leute, die jetzt nicht auf Amazon schauen wollen, dass Kapitelbild, dass ich an dieser Stelle,
einfüge, stellt einen hundert Billionen Symbapfer Dollarschein dar. Herausgegeben von der, also bei Amazon, die, wie gesagt, es gab verschiedene,
Simbabwe Dollar und auch somit verschiedene Banknoten. Es gab auch Schuldscheine, erkläre ich gleich noch alles. Ähm,
Also die sehen alle ganz anders aus. Das Kapitelbild und auch das Beitragsbild äh im Blog. Also.
Auf der Seite Graukaue Punkt EU Slash GK null zwei fünf. Das ist der Blogbeitrag zu dieser Episode. Das Beitragsbild ist ebenfalls dieser Geldschein.
Wenn du bei Amazon schaust, da sind wahrscheinlich einige bei, wo du so drei große Felsen übereinandersiehst, ne? Die nennen sich, glaube ich, Balancing Rocks,
weil die, die wurden nicht gestapelt, sondern die sind einfach natürlich so.

[1:00:04] Die liegen da halt rum. Ich habe irgendwo im Westen der USA, war ich auch mal vor, jetzt schon fast zwanzig Jahren, war ich auch mal an so einem. Das ist so ein, es gibt ja so im ähm.
Ja, wahrscheinlich sind das so die Südstaaten,
äh so in in den zentralen USA oder so Richtung Westen, da gibt’s gibt’s ja so manche Wüsten, so um Nevada herum oder Steppen wurde eigentlich nix hasst, nur diese riesigen Felsen, die einfach für sich irgendwo in der Gegend stehen. Und.
Da gibt’s auch so einen Balancing Rock, da ist äh da hast du einen großen Felsen, der oben auf einem ziemlich dünnen Felsen draufsitzt. Und ähm diese diese Felsen in.
Im Symbatwill, die sind ein bisschen bisschen größer und runter. Ähm, wie dem auch sei, da steht überall dann drauf, das ist die,
na ja die Notenbank. Und ähm also noch ein paar Wasserzeichen. Viele von denen wurden von am München nach vier Mal gedruckt.
Und äh ich kann ja das nicht genau sagen, welche. Und ähm die weisen natür.

Andre:
[1:01:12] Wurde hoffentlich nicht in Sebastian bezahlt.

Micha:
[1:01:14] Nee, nee, das, ich habe das irgendwo gelesen, dass ähm
Ich könnte jetzt nicht sagen, zu welchem Zeitpunkt, aber es gab eine Zeit, da hat Simbabwe mehr als eine halbe Million Euro bezahlt, für so und so viele Symbapfer Dollar,
zu dem Zeitpunkt, als sie ähm in Symbatra angekommen sind, mit einem Flieger aus Deutschland, schon ihren Wert fast komplett verloren hatten.
Oder zumindest schon nicht mehr. Sie waren praktisch nicht mal mehr, dass Papierwert auf das Sieg gedruckt waren, ne. Ähm aufgrund der Hyperinflation,
Ähm das ist auch das Stichwort, also den Simbabwe gab’s eine Hyperinflation, die.
Ja, wie soll ich sagen? Also ähm.
Die die war sagen wir mal, es war eine eine starke Hyperinflation, ne? Also in der Weltgeschichte gibt’s ja diverse Beispiele von.
Äh hohen Inflationsraten, Anfang der Zwanziger Jahre hatten wir ja hierzulande, in der Hyperinflation, aber jetzt,
Venezuela zum Beispiel, hast du ähnliche Probleme und so, äh, nach dem zweiten Weltkrieg hatte Ungarn eine Hyperinflation, glaube ich. Und die Ukraine und der Irak und
Ankola und viele andere Länder hatten schon ein solches Problem. Ähm.

[1:02:43] Hyperinflation ist ja im Wesentlichen eine besonders starke Inflation und äh nicht nur im Wesentlichen, das ist es und die Definition.
Die sich die meisten Leute einigen, ist eine von Philipp Kelgen, der definiert hyperinflation so, dass sie in dem Monat beginnt, in dem die Inflationsrate bei mindestens fünfzig Prozent liegt
aber nicht die Inflationsrate von Jahr zu Jahr, sondern die Inflationsrate von Monat zu Monat,
Das entspricht einer jährlichen Inflationsrate von knapp dreizehntausend Prozent.
Und die Hyperinflation endet mit dem Monat,
in dem die monatliche Inflationsrate erstmalig unter fünfzig Prozent liegt, vorausgesetzt, dass sie dann mindestens zwölf Monate lang unter fünfzig Prozent bleibt.

Andre:
[1:03:39] Das heißt, im Grunde kann man dann erst zwölf Monate danach feststellen, ob man wirklich aus der Hyperinflation raus ist.

Micha:
[1:03:47] Genau. Und möglicherweise hat man elf Monate gedacht, man ist raus und stellt dann fest, man ist noch nicht raus und man fängt nochmal von vorne an. Ähm,
Genau und äh im Kontext von ist diese Schwelle fast irrelevant, weil wie ich gleich noch erwähnen werde,
haben die die äh haben die die locker genommen. Ähm vorher aber erstmal ein bisschen was zur Geschichte von Simbabwe. Äh bis neunzehnhundertfünfundsechzig,
hieß, das Land, das heute Symbath war heißt, im Osten des südlichen Afrikas,
Südrodesien. Es war eine britische Kronkolonie,
und also es grenzt an äh im Süden grenzt es an Südafrika im Westen an Sambia, dann im Norden ist man ne Malawi.
Weiß ich, ja, bin mir nicht sicher, im Osten, an Mosambik, also einen Zugang zum Meer haben sie nicht. Ähm.
Sie, ja, liegen aber eher auf der östlichen Seite des südlichen Afrikas.

[1:04:54] So auf einer Höhe mit einem ja wie auch immer. Kann, kann ja jeder nachgucken. Also bis fünfundsechzig hießen die Südrodesien und waren britische Kronkolonie.
Die weiße Minderheitsregierung von damals hat im Jahr neunzehnhundertfünfundsechzig dann einseitig das Land für unabhängig erklärt, unabhängig von Großbritannien natürlich und.
Hat Südrodesien umbenannt in die Republik Rodesien.

[1:05:27] Neunzehnhundertachtzig, fünfzehn Jahre später kam es dann zu Wahlen und an diesen Wahlen waren alle politischen Gruppen des Landes beteiligt.
Es kam zu einer schwarzen Mehrheitsregierung.
Und diese haben das Land dann nochmals umbenannt von Republik Rodesien in Republik Simbabwe.
Und das ist also das Gründungsjahr des Landes in Bad Wild, so wie wir’s heute vierzig Jahre später noch kennen.

[1:05:57] Im gleichen Jahr hat Großbritannien dann eingesehen, dass dass irgendwie keinen Sinn mehr hat und haben ihre Grundkolonie in die Unabhängigkeit entlassen,
Dem vorausgegangen war also der das Unabhängigkeitsstreben und der Unabhängigkeitskampf.
Ähm dieses Landes. Die damalige Währung, der sogenannte Rodesien-Dollar wurde ersetzt durch den.
Zu einem fix und Wechselkurs von eins zu eins.

[1:06:31] Ähm der Ausblick auf die Zukunft in wirtschaftlicher Hinsicht war damals ziemlich rosig und und ziemlich positiv, wie viele Teile des südlichen Afrikas
verfügt im Babble über eine Menge fruchtbaren Boden. Ähm Großteil.
Der Produktion war zu der Zeit landwirtschaftlich. Äh die haben so Sachen angebaut, wie Weizen und Mais und Tabak.
Und ja, im ähm.
Einnahme der in dem Kontext sehr wichtig ist, ist der von Robert Mugabe, der wird.
Als ähm.
Als Machthaber oder oft auch Diktator bezeichnet, der das Land siebenunddreißig Jahre lang regiert hat. Damit ist das die.
Zwei längste Herrschaft in der afrikanischen Geschichte. Es gab nur einen, ich könnte dir jetzt nicht sagen, wer das war, der ein bisschen länger an der Macht war. Also Robert Mugabe.

[1:07:44] War,
ab neunzehnhundertfünfundsiebzig Vorsitzender der NU. Das ist die
Die hatten sich neunzehnhundertdreiundsechzig von der Sapu abgelöst. ZAPU, Sam Babway, African Peoples Union.
Und im Nachgang, also in der Zeit nach neunzehnhundertdreiundsechzig haben sich dann zwei verschiedene Flügel innerhalb der Sahnu entwickelt. Der eine Flügel.
War der von Robert Mugabel. Ähm.

[1:08:22] Neunzehnhundertundachtzig, in einem Jahr, wo die Wahlen stattgefunden haben, hat dieser Flügel sich,
umbenannt. Äh also die Partei hat sich spalten, wenn ich das richtig verstehe in eben diese beiden Flügel und der Mugabeflügel hieß ab da Sanu P,
PF steht für Patriotic Front. Und der andere Flügel war ab da,
eine kleine Oppositionspartei. Also klein in Klammern, ich weiß nicht, wie groß die wirklich waren, aber,
äh Fakt ist, Mulgabe, war siebenunddreißig Jahre an der Macht. Neunzehnhundertachtzig nach diesen Wahlen, die die schwarze Mehrheitsregierung hervorgebracht haben, war er Premierminister,
und ab neunzehnhundertsiebenundachtzig.

[1:09:15] War er dann Präsident. Ich weiß jetzt nicht genau, ob was sich da geändert hat. Ähm es gibt ja auch andere Länder, wie zum Beispiel Russland, mit Putin oder die Türkei mit Erdogan, wo äh.
Wo diese Leute mal Ministerpräsident mal Präsident oder Premierminister oder wie auch immer das da heißt.
Sind, aber im Wesentlichen immer die Zügel in der Hand behalten. Ähm.

[1:09:42] Also, wie ich eben schon mal sagte, im Fall von Simbabwe wird Mugabel als Machthaber bezeichnet, der siebenunddreißig Jahre lang an der Macht war, unabhängig davon, was jetzt der Titel war, ob jetzt Premierminister oder Präsident,
Ähm Mugabe hat sich lange Zeit als Marxis Leninist bezeichnet, später dann eher als Sozialist.
Außerdem hat er sich als Anti-Imperialist bezeichnet. Er ist ja aus diesem Unabhängigkeitskampf hervorgegangen,
ähm den ich eben erwähnt hatte. Äh,
dadurch hat er, er hat da wohl im Wesentlichen zu beigetragen, dass es dann neunzehnhundertachtzig zu unabhängigkeit kam und hat so viele Sympathien gewonnen. Ähm wie das oft so ist, bei Diktatoren und,
Alleinherrschern ähm.
Die genießen oft ja ein großes Maß an Popularität und ähm gelangen so in äh in in in eine Machtposition,
und äh so im Laufe der Zeit ändert sich dann das, das Bild dieser Leute, je nachdem, wie sie wie sie ihre Macht nutzen. Ähm.

[1:10:58] Ja
hat sich nicht nur als Anti-Imperialist gesehen, sondern auch als Nationalist, als afrikanischer Nationalist, so wird’s hier oft bezeichnet. Ähm, ich bin kein Experte für afrikanische Politik, aber ich vermute mal, dass Nationalismus in,
in Afrika, zumindest im Subsahara, ein bisschen anders funktioniert, als in Europa, weil es dort ja keine Nationalstaaten gibt, so wie wir sie,
aus Europa kennen, ähm die meisten Grenzen
wurden ja von, wurden ja während der Kolonialära festgelegt von Kolonialherren. Mir fällt jetzt der Name nicht ein, das ich glaube äh dieser die Grenzziehung geht zurück auf irgendwie zwei Leute. Einer von den beiden
war Franzose oder hatte zumindest im französischen Namen, ich ich komme jetzt aber nicht drauf. Ä.
Was es war. Also die Landesgrenzen wurden.

[1:11:56] Wurden ja oft ziemlich rücksichtslos und willkürlich gezogen, ohne Rücksicht zu nehmen, auf ethische Gruppen oder religiöse Gruppen oder Konfliktlinien oder Eigentumsrechte.

[1:12:07] Deswegen haben wir ja bis heute noch viele Konflikte auf dem afrikanischen Kontinent, die nicht wirklich zwischen Staaten,
oder Ländern ausgetragen werden, sondern eher innerhalb von Ländern zwi,
Gruppen dann teilweise auch über Ländergrenzen hinweg, weil bestimmte Völkergruppen,
nicht nur in einzelnen Ländern beheimatet sind, sondern grenzüberschreitend in zwei, drei oder mehreren verschiedenen Ländern.
Na ja, neunzehnhundertsiebenundachtzig, wie ich eben schon mal sagte, wird Mugabe zum Präsidenten und das bleibt er dann bis zweitausendundsiebzehn. Ähm,
zweitausendundsiebzehn war er schon ziemlich alt, er war irgendwo in seinen Neunzigern und hatte eigentlich auch schon ein paar Wahlen verloren, er hat wohl irgendwo mal bei einer Rede aus Versehen zugegeben, dass sein Gegner
bei der letzten Wahl dreiundsiebzig Prozent bekommen hat, hat sich dann aber schnell korrigiert und ähm,
äh ja, also irgendwie hat er sich bis zweitausendsiebzehn an der Macht gehalten. Es gab dann schon viele Forderungen, dass wir doch bitte zurücktreten sollte, nicht nur wegen seines Alters, sondern auch wegen seines ähm,
äh wie sagt man, seines äh ja, seiner Errungenschaften oder für.

Andre:
[1:13:26] Seine Frau hat da, glaube ich, auch ein ziemlich äh verschwenderischer Lebensstil, nicht ja richtig. In Erinnerung a.

Micha:
[1:13:30] Ja und auch wohl äh ich glaube Grace heißt sie oder hieß sie, ne? Ich glaube, die ist, die lebt wahrscheinlich noch, ist, glaube ich, deutlich jünger als er. Im Sinne von jetzt vielleicht in ihren Sechzigern, Neusiebzigern,
ähm die hat, glaube ich, auch nach der Macht gegriffen, ne? Wollte die nicht.

Andre:
[1:13:46] Ich meine auch.

Micha:
[1:13:48] Äh
Soweit ich weiß, ist da aber nichts draus geworden, also seit zweitausendundsiebzehn, ich weiß gar nicht, wer jetzt da regiert. Das habe ich nicht. Habe ich nicht nachgeschlagen. Ähm.

[1:14:03] Also zweitausendundsiebzehn ist er dann zurückgetreten.
Vom Präsidentenamt und letztes Jahr zweitausendundneunzehn, dass er dann verstorben, ich glaube, im Alter von so fünfundneunzig Jahren oder so.
In der Zeit von neunzehnhunderteinundneunzig bis neunzehnhundertsechsundneunzig,
hat die Regierungen Symbatwör dann einige wirtschaftliche Strukturreformen unternommen,
und äh diese Reform hatten wohl auch schon diverse negative Effekte auf die Volkswirtschaft, aber die wichtigste,
oder einschneidend der Reform war wohl die Landreform aus dem Jahr neunzehnhundertneunundneunzig. Die Landreform.
Ist wohl im Wesentlichen motiviert durch die Kolonialgeschichte. Ähm wie ich eben schon mal sagte, Mugabe und wohl auch.
Viele seiner ähm seiner Parteifreunde und Wähler waren Anti-Imperialisten.
Was für mich persönlich jetzt auch nicht schwer nachvollziehbar ist, dass man.
Anti-Imperialist ist, ähm, wenn man aus einem Land kommt, was lange Zeit äh eine Kolonie war. Und ähm, ja, die Landreform.

[1:15:21] Hat viele weiße Grundbesitzer enteignet. Die meisten von den Landwirte, beziehungsweise Leute, die landwirtschaftliche Betriebe besessen haben. Und.

[1:15:35] Diese Grundstücke oder Höfe in den meisten Fällen wurden umverteilt an schwarze Bauern, wobei.
Bauern in dem Fall nicht bedeutet, dass die auch im äh im Vorhinein zu Reformen schon in der Landwirtschaft tätig waren. Und wenn ja, dann vielleicht als Angestellte auf.
Den Höfen von, möglicherweise weißen Grundbesitzern. Ähm so oder so hatte diese Landreform und diese Umverteilung zur Folge, dass.
Viele der landwirtschaftlichen Betriebe plötzlich geleitet wurden von Leuten, mit zu wenigen Kenntnissen, um.
Weiterhin die Produktion zu fahren, die sie bisher gefahren sind. Durch diese Landreform wurde also eine Menge Humankapital,
zerstört. Einfach deshalb, weil ähm ja, plötzlich eine Reform erzwungen wurde. Ähm.
Die die so auf den Bauernhöfen nicht nicht umzusetzen war. Ganz abgesehen davon, dass.
Diese Enteignung natürlich auch das Vertrauen in die Eigentumsrechte in Simbabwe ein Stück weit zerstört. Wenn du weißt, dass du so ohne weiteres enteignet werden kannst, ähm.
Schaust du natürlich ein bisschen pessimistischer dreien und äh viele der ehemaligen Grundbesitzer haben dann zu der Zeit wohl auch das das Land verlassen.

[1:17:05] Im gleichen Jahr, also wir sind im Jahr neunzehnhundertneunundneunzig, bricht dann.
Natürlich die Produktion ein. Zum einen in der Landwirtschaft, aber auch in der Industrie und im Bergbau, zum hat nicht nur viel fruchtbaren Boden, sie haben auch eine Menge,
natürliche Ressourcen, Bodenschätze. Dazu zählen, ich hab’s mir nicht notiert, aber ich glaube, Diamanten, Silber, Platin, Kohle.
So einiges. Und äh.

[1:17:39] Durch den Einbruch der Produktion und durch die Zerstörung des Humankapitals in den landwirtschaftlichen Betrieben bekommen viele.
Viele Bauern nun keine Kredite mehr. Äh, weil die Banken.
Äh, weil denen einfach die Zuversicht fehlt, dass diese Leute, die Bauernhöfe weiterhin,
ähm rentabel betreiben können. Und dass sie nur noch schlecht Kredite bekommen, führt dann dazu, dass,
das Realkapital leidet, sie können Maschinen nicht ersetzen, sie können ne, sie äh oder sie können’s nicht mehr warten, was auch immer. Äh je nachdem, wofür sie die Kredite brauchten. Und zusätzlich zur Zerstörung des Humankapitals.
Äh verlieren sie jetzt auch noch einiges an Realkapital. Was sich natürlich wiederum negativ auf die auf die Kreditwürdigkeit auswirkt und somit entsteht ein Kreislauf.
Der ähm der die gesamte Wirtschaft des Landes in den Abgrund treibt und am Ende erreicht die Arbeitslosigkeit achtzig Prozent.

[1:18:50] Außerdem kommt’s natürlich zur erwähnten Inflation, worauf ich,
eigentlich hinaus wollte. Wir haben also auf der einen Seite den Einbruch des Warenangebots, sowohl in der Landwirtschaft als auch einer anderen Sektoren,
Gleichzeitig wächst aber die Geldmenge. Ähm das hat damit zu tun, dass die Regierung von Simbabwe Gelddruck für Militäreinsitz mit Militäreinsätze in der demokratischen Republik Kongo,
Außerdem müssen sie ihren Staatsapparat finanzieren und äh.
Simbabwesen wohl du zu der Zeit eines der geruptesten Länder der Welt und äh Leute, die sich ja, die sich in den entsprechenden Machtpositionen.
Befinden, versuchen, dafür zu sorgen, dass sie ähm dass sie weiterhin Waren einkaufen können,
auch wenn das Angebot stark zurückgeht und deswegen wir.
Von der Regierung weiter Geld gedruckt und somit die Geldmenge erhöht. Also, dass immer kleiner währende Warenangebot steht einer immer größeren Geldmenge gegenüber und somit ist abzusehen, dass es,
zu einer Inflation führt. Die Bevölkerung hat dann unterm Strich irgendwann sehr wenig Vertrauen, sowohl in ihre Regierung, als auch in ihrer Währung.

[1:20:15] Die Regierung.
Beschuldigt. Die USA, den internationalen Währungsform und die EU. Ähm ich hab,
in einem YouTube-Video war es, glaube ich, erwähnt, dass die beiden Parteien Sanu und Sapu, die so zur Zeit des kalten Krieges aktiv war, ne? Dreiundsechzig hattete sich die ja abgespalten. Ähm,
Die eine, eine der beiden Parteien, ich weiß nicht mehr, welche wurde von der Sowjetunion unterstützt. Die andere Partei von China, also beide von,
äh kommunistischen Regimen. Ähm Mulgabe und seine Leute und seine Leute, die ich eben schon mal erwähnt hatte.

[1:20:59] Haben sich als Marxistenalinienisten gesehen, das heißt ähm ich vermute mal, dass,
äh für viele Leute in Symbat wird, zumindest für die Herrschenden,
der imperialistische Westen und der kapitalistische Westen, sowas wie ein Feindbild darstellte. Und äh somit passt es ins Muster, dass sie die USA, den, den IWF und die EU,
beschuldigt haben, diese Inflation und dieser Wirtschaftskrise verursacht zu haben.
Habe ich aber nicht weiter recherchiert. Ja, das äh ich versuche erst eine jahrzehnte lange Geschichte und ich versuche im Wesentlichen nämlich,
auf die Inflation zu beschränken. Im Jahr zweitausendundsechs werden dann das erste Mal ein paar Nullen gestrichen. Der erste Symbather Dollar wird ersetzt durch den zweiten Dollar,
eine Einheit des zweiten, abgekürzt ZWN ist eintausend Einheiten des ersten abgekürzt ZWD,
wert. Es werden also drei null gestrichen. Und höchstwahrscheinlich oder ja, zwangsläufig werden dann neue Banknoten,
in Umlauf gebracht, weil die Banknoten des ersten Simpapfel Dollars,
einfach viel zu geringe Nennwerte aufweisen. Ähm ich weiß nicht, ob es da schon.

[1:22:26] Angefangen hat oder ob das vielleicht erst später kam, aber du hast bestimmt mal so Bilder gesehen von Leuten, die Unmengen von Geldscheinen bündeln, in Schubkarren transportieren. Ne, die Stamm.

Andre:
[1:22:39] Auch Bilder aus Deutschland, denke, zu den Zwanzigerjahren. Dann wie die Arbeiter, ja, ja, ähm, äh, vorm Familor, in Schubkarren, dann, äh, ihren Lohn nach Hause transportiert haben.

Micha:
[1:22:50] Ähm.
Das habe ich jetzt für, ich sage da am Ende nochmal kurz was zu, vielleicht machen wir in in einer späteren Folge nochmal was zur Hyperinflation der zwanziger Jahre in Deutschland. Das ist ja jetzt der Ausbruch, ist ja jetzt so ungefähr ein Jahrhundert her,
aber das wäre jetzt für diese Folge ein bisschen zu viel gewes,
Ich habe auch von meiner Uhr Oma habe ich äh habe ich oder meine Familie, meine Eltern haben Scheine von ihr aus der Zeit erhypert Inflation,
die habe ich das lange her, dass ich das letzte Mal draufgeguckt habe. Die sind, ich glaube, dass der höchste Nennwert ist, glaube ich, zwei Milliarden Mark.
Äh

[1:23:31] Äh gut, machen wir vielleicht an anderer Stelle. Also zweitausendundsechs werden drei Nullen gestrichen. Zweitausendundsieben werden dann Preiserhöhungen verboten,
Eine Maßnahme, die scheinbar mehr oder weniger verpufft. Es kommt zwar zu Festnahmen von,
Von, ja, Geschäftsleuten und äh anderen Verantwortlichen, aber irgendwie,
scheint das nicht so wirklich äh dazu zu führen, dass die Inflation gehemmt wird und somit wird dieses Verbot dann wohl einfach äh oder die Regierung, die Behörden resignieren, glaube ich, irgendwann und geben das auf.
Dann sind wir im Jahr zweitausendundacht und erreichen dann so langsam die.
Heiße Phase der Hyperinflation. Im August wird der zweite Simbabwe Dollar ersetzt durch den dritten.
Die Abkürzung für den dritten ist ZWR,
sag das nochmal immer dazu, falls irgendjemand doch nochmal die Wechselkurse nachgucken wollte. Ähm jetzt werden zehn Nullen gestrichen. Also, eine Einheit des dritten Simbaby Dollars ist.
Das ist dann zehn Milliarden Einheiten des zweiten Wert.

[1:24:44] Im November des gleichen Jahres, also zweitausendundacht erreicht die Inflation dann ihren Höchststand.
Sie liegt zu dem Zeitpunkt bei neunundneunundsiebzig Komma sechs Milliarden Prozent, nicht pro Jahr, sondern pro Monat.
Ne? Das heißt, die Preise erhöhen sich im Laufe von nur einem Monat, um das fast achthundert Millionenfache.
Also eine Größenordnung, die ja kaum vorstellbar ist. Zumindest für mich nicht.

Andre:
[1:25:16] Einfach das ja auch für äh Transaktionskosten, Nachsicht sieht im Hinblick auf Preiskorrektur, Neuanfertigen von Preisschildern, elektronisches Preismanagement, ist ja unglaublich.

Micha:
[1:25:29] Ja, das äh.
Ja, ich ich kann mir das nicht vorstellen, da äh alltäglich mit umgehen zu müssen. Also, wenn du weißt, dass dein, ist dein Bargeld praktisch sofort an Wert verliert, ist äh.
Gut, ähm.

[1:25:48] Ein kleiner Exkurs an dieser Stelle. Ähm eine Sache, die so zum geschichtlichen Ablauf nicht äh gehört hier nicht unbedingt hin, aber ich finde sie ganz interessant, die RBZ, also die Reserve Bank auf Symbaboy, die
also die Noten beziehungsweise Zentralbank hat irgendwann ihre Statistiken zu den Wechselkursen nicht mehr.
Oft genug aktualisiert. Und aufgrund der hohen Inflationsrate waren die.
Letzten Statistiken natürlich recht schnell veraltet. Und es gab ein paar Leute, teilweise von Reuters, von der, von der Presseagentur und von noch irgendwo anders her. Äh,
Die haben sich dann das folgende überlegt, die haben die Aktienkurse eines Versicherungsunternehmens genommen, der Name des Unternehmens ist,
und die Aktien dieses Unternehmens wurden sowohl an der Börse in London, als auch in der an der Börse in Haraare gehandelt. Harrare ist die Hauptstadt von Simbabwe,
London ist die von Großbritannien. Aber ähm und.

[1:27:01] Sie haben dann einen einen Wechselkurs abgeleitet. Ja, so die äh der Kurs.
Der Aktie in London wurde notiert in britischen Fund und der in Simbabwe Dollar,
und ja, im Wesentlichen haben die wohl einfach nur den Patienten aus den beiden gebildet und haben somit einen Wechselkurs abgeleitet, den sie als bezeichnet haben. Also eine Impli,
nicht impliziert, aber eine implizierte,
äh Rate ein implizierter Wechselkurs. Ähm und diese Statistiken haben sie auch täglich veröffentlicht.
Die Notenbank von Sim Babwe hat dann.

[1:27:53] Den Verkauf. Diese Aktien ins Ausland verboten. Und somit gab’s keine Abitraschmöglichkeit mehr und der.
OMIR, das also die Abkürzung für diesen Wechselkurs war somit bedeutungslos. Ja, was ich mit der Abitraschmöglichkeit.
Meine ist das folgende. Ähm nehmen wir als Ausgangssituation eine Situation, in der,
Kaufkraftparität herrscht, also wir haben den Fundpreis in London und wir haben einen Dollarpreis in Hara und wir haben den nominalen Wechselkurs und dieser nominale Wechselkurs entspricht genau.
Dem relativen Preis dieser Aktie. Also dem Prozienten aus,
und dem Dollarpreis.
Gemessen an der Aktie von Old Mute World liegt also Kaufkraftparität vor. Jetzt haben wir in Simbabwe, diese galoppierende Inflation. Der Dollar,
nimmt sehr schnell an Wert ab. Und.
Generiert somit eine Abitraschmöglichkeit. Ein Händler an der Londoner Börse zum Beispiel hat jetzt die Möglichkeit.

[1:29:09] Ähm.
Nehmen wir mal ein einfaches Zahlenbeispiel, sagen wir mal, die Aktie kostet in London einhundert Pfund. Dann kann er einhundert Pfund nehmen und die zum,
aktuellen Wechselkurs in Dollar umtauschen. Und mit Wechselkurs meine ich jetzt nicht die Statistik der.
Notenbank, sondern ich meine den tatsächlichen Kurs zu dem man die beiden Währungen gegeneinander tauschen kann. Ob jetzt in einer Bank oder auf irgendeinem Parkplatz oder so, ist mir egal, aber
ne, den tatsächlichen Wechselkurs. Ähm, unabhängig davon, was die Notenbank berichtet oder wann sie darüber berichtet.
Also ein Händler aus London, nimmt einhundert Pfund, tauscht die zum aktuellen Wechselkurs, sagen wir mal äh.
Eine Milliarde in Dollar um, dann erhält er für seine hundert Pfund, einhundert Milliarden Dollar. Und.

[1:30:05] Damit könnte er bei Kaufkraftparität genau eine Aktie in Harare kaufen, weil ihr Preis wäre dann.

[1:30:16] Einhundert Milliarden Dollar. Und von den hundert Pfund in London kann er auch eine Aktie kaufen. Deswegen Kaufkraftparität. So durch die Inflation erinnert sich jetzt aber der Wechselkurs und sagen wir mal,
der Dollar verliert fünfzig Prozent an Wert und der Wechselkurs steigt auf zwei Milliarden
Dollar profund. Dann bekommt der Händler aus London, für seine hundert Pfund, zweihundert Milliarden Dollar und kann zum aktuellen Preis an der Börse in Harrare, zwei Aktien
kaufen, weil jede Aktie ja nur hundert Milliarden kostet. Die Kana dann in London wieder verkaufen.
Und zwar zu dem Preis von hundert Pfund und steht dann plötzlich mit zweihundert Pfund da, obwohl er am Anfang nur einhundert Pfund,
ausgegeben hat, um diese in Dollar einzutauschen. Und das ist dann Aritrageschäft, weil hier,
äh der Umstand ausgenutzt wird, dass ähm sich die realen Preise eines bestimmten Gutes,
äh geografisch äh unterscheiden. Und bei Aktien sind die Transaktionskosten ziemlich gering.
Ähm,
und äh somit entsteht äh bei sowas wie Aktien nun mal schnell, eine eine Abitragemöglichkeit, wie auch bei ja wie auch bei Währungen oder vielen anderen Dingen. Ähm.

[1:31:45] Gut. Ähm.
Also in diesem Beispiel würde es dann zum Export von Aktien kommen, von Haraare nach London, von Simbabwe nach Großbritannien, denn wie ich eben äh gesagt hatte, werden die Aktien in Harar aufgekauft und,
in London verkauft. Und deswegen hat die Zentralbank dann,
genau diese Transaktion verboten, ne? Sie äh sie haben ja nicht den den,
Kauf dieser Aktien aus dem Ausland verboten, sondern die haben ja, sie haben ja den Verkauf an Leute im Ausland.
Verboten. Äh.
Dem dem Verkauf der Aktien steht natürlich ein Import von Devisen gegenüber, was zu dem Zeitpunkt äh oder im Kontext dieser ganzen Hyperinflation ähm.
An sich wünschenswert ist, aber.

[1:32:47] In diesem Fall kommt wahrscheinlich nicht viel an Devisen rein, einfach weil das britische Fund.
So stark aufwertet gegenüber dem Symbapre Dollar?
Gut, das ist im Wesentlichen äh das Ende des des kleinen Exkurses.
Ähm worauf ich auch immer wieder gestoßen bin, ist, dass die Leute im Symbapre immer mehr zu Fremdwährungen gegriffen haben, weil ähm,
die, naja, der Wert des Dollars war ja alles. Das sind Barverdollar, es war ja immer alles andere als stabil und sehr vergänglich. Und deswegen wurde viel.
Wird wahrscheinlich bis heute viel mit US-Dollar gearbeitet, auch mit südafrikanischen Rand und auch ein bisschen mit Euro und chinesischen Young.
Ähm außerdem.

[1:33:46] Außerdem machen die viel über Mobiltelefone, wie auch in manchen anderen afrikanischen Ländern,
denn pro Kopf gab’s nur sehr wenige Geldautomaten und wenige Banken und weil es auch nur wenige Festnetztelefone gab, war das wohl eine gute Ausgangssituation für den Mobilfunk,
Markt und ähm irgendwann, ich glaube schon,
glaube, das bezog sich so auf die Zeit zweitausendacht, zweitausendundneun, da hatten ungefähr achtzig Prozent der Leute in Simbabwe im Mobiltelefon,
und ähm damals waren’s wohl nur wenige Smartphones, aber äh,
Ich nehme mal an, dass auch Smartphones heutzutage weit verbreitet sind. Aber auch schon bei den alten Dingern, ähm, war es dann so, dass ähm.
Also die die Leute haben dann auch normalerweise kein Bankkonto, ne? Aber sie konnten bei den Anbietern dieser.
Mobilen Währungen konnten sie SIM-Karten kaufen und dann konnten sie zwischen Mobiltelefonen ganz einfach Geld hin und her transferieren. Wahrscheinlich braucht es dann nur die Nummer des äh des Empfängers.
Ja, vielleicht gab’s noch ein paar paar Sicherheit. Ähm ich sage mal ein paar Sicherheitsmaßnahmen.
Äh aber alles in allem war das ziemlich einfach. Und ähm nicht nur Simbabwe, sondern viele afrikanische Länder waren dort technologische Vorreiter, weil.

[1:35:14] Dort eben eine Lücke zu füllen war, die es so im Westen, also in Europa oder Nordamerika nicht gab, weil wir zu der Zeit schon viele Geldautomaten hatten und äh.
Die Notwendigkeit in dem Maße einfach nicht bestand.
Nur zweitausendundacht hat die Regierung von Simbabwe Lizenzen vergeben an ungefähr eintausend Geschäfte, dass sie auch mit Fremdwährungen arbeiten dürfen. Ä.
Es gab zu dem Zeitpunkt, glaube ich, eigentlich ein Fremdwährungsverbot. Ich bin mir nicht so ganz sicher, wann das in Kraft war, das wurde später dann nochmal neu eingeführt. Auf jeden Fall zu dem Zeitpunkt machte es wohl Sinn dieser Lizenzen zu vergeben. Ähm.
Die Fremdwährungen sind vor allem für Lebensmittelgeschäfte und Supermärkte und und auch andere Betriebe wichtig, weil sie damit Importe bezahlen müssen.
Jahr zweitausendundneun im Januar werden dann aber der US-Dollar der Rand und der Euro erlaubt.

[1:36:24] Ich weiß nicht, ob also der US-Dollar ist äh,
ist das wichtigste Zahlungsmittel. Ich glaube, dass der Macht so neunzig Prozent aus, der Rand, der Rand zu fünf Prozent und die übrigen fünf Prozent teilen sich dann Euro Johann und vielleicht auch ein paar andere.
Kleine, das britische Fund ist auch noch dabei. Ähm aber der US-Dollar ist mit Abstand die wichtigste Fremdwährung. Im Februar von zweitausendundneun wird dann der vierte Simbabwe Dollar eingeführt.

[1:36:55] Gegenüber, also Abkürzung ist jetzt ZWL und gegenüber dem dritten Simpa, für Dollar werden zwölf Stellen gestrichen
das heißt zwischen dem Ersten und dem vierten Simbabwe Dollar liegen jetzt insgesamt fünfundzwanzig Größenordnungen,
ne? Erst waren’s drei null und dann waren zehn und jetzt sind’s nochmal zwölf null. Also insgesamt fünfundzwanzig.
Und kurz später sieht die Regierung dann auch ein, dass das mit dem Drucken keinen Sinn mehr macht und sie stellen das Drucken ein, also das Drucken neuer Banknoten meine ich,
denn äh egal von welchem Dollar, die sind mittlerweile alle so gut wie wertlos, ähm die Leute,
hantieren mit Fremdwährungen und und wollen die ähm die sind für Dollar wahrscheinlich so schnell wie möglich loswerden.
Zweitausendundfünfzehn wird das in Babwedoller dann endgültig abgeschafft.
Zweitausend, also seitdem sind all diese Banknoten, ähm, die du dir auf Amazon angeschaut hast, äh, offiziell.
Kein gültiges Zahlungsmittel mehr. Also.

Andre:
[1:38:01] Kann man sich noch umtauschen.

Micha:
[1:38:02] Das, weiß ich nicht. Könnte ich mir vorstellen. Ja, gut, vielleicht jetzt nicht in Europa oder außerhalb von Symbapf, aber vielleicht vor Ort.
Kann ich denen nicht sagen,
ähm kriegst du nicht viel für. Nehme ich mal an. Äh du kannst ja auch in äh in Deutschland kannst du ja ganz immer noch in Euro tauschen,
wie es mit anderen ehemaligen europäischen Währungen ist, ob er dann in das entsprechende Land muss, aber.
Äh und die sind ja auch schon lange kein offizielles Zahlungsmittel mehr, aber trotzdem kannst du so noch eintauschen.
Zweitausendundsechzehn, also im Jahr nach der Abschaffung des,
werden dann Schuldscheine eingeführt. Ein Schuldschein hat den Wert von genau einem US-Dollar und dieser Wert ist auch so auf den Schuldschein aufgedruckt.

[1:39:01] Aber der setzt sich auch nicht so wirklich durch. Zweitausendundneunzehn wird dann jegliche Fremdwährung wieder verboten.
Im Februar zweitausendundneunzehn.
Räumt die Regierung dann ein, dass der Wert eines Schuldscheins nicht wirklich bei einem US-Dollar liegt. In dem Sinne, dass sie äh.
Dass sie die Schuldscheine nicht zu dem Kurs eintauschen,
vermutlich haben sie mehr Schuldscheine ausgegeben, als die Devisen hatten oder haben dann im Nachgang die Wiesen veräußert oder ich weiß nicht, was genau passiert ist, aber sie haben eingeräumt, die Schuldscheine sind das nicht wirklich wert. Also wurde,
der sogenannte RTGS Dollar eingeführt. Ich glaube, das ist so ein bisschen das kurioseste.
Bei dem Ganzen ähm ist auch nur eine kurze Übergangslösung, deswegen habe ich mich jetzt nicht so wirklich mit den Details befasst. Ich glaube,
Die Intention dahinter war die, den Schuldschein.
Aus dem Verkehr zu holen, auf dem Schuldschein war ja nun mal der Wechselkurs aufgedruckt, steht drauf,
irgendwie ich verspreche, äh hierfür einen US-Dollar zu bezahlen oder so. Und dann haben sie den RTGS Dollar eingeführt.

[1:40:22] Mit einem Wechselkurs von eins gegenüber diesem Schuldschein.
Was ja bedeuten würde, also ein Schuldschein ist ein US-Dollar wert. Jetzt führen sie den RGS Dollar ein, mit einem Wert von einem Schuldschein,
Daraus würde ja eigentlich folgen, dass ein RTGS-Dollar auch einen US-Dollar wert ist.

Andre:
[1:40:38] Ja

Micha:
[1:40:41] War aber nicht so, bei Erstausgabe war der Wechselkurs.
Äh bei lediglich null Komma vier US Dollar pro RTGS Dollar. Aber die Überlegung war wohl.
Die Leute sind sich im Klaren darüber, dass sie für ihre Schuldscheine nicht mehr nicht mehr einen Dollar pro Stück bekommen, sondern deutlich weniger und ähm wir sorgen.

Andre:
[1:41:03] Bereit, wie das.

Micha:
[1:41:07] Genau gegen.
Gegen RTGS Dollar zum Kurs von eins zu eins, obwohl der Wechselkurs das RTGS Dollars bei deutlich unter einem US-Dollar liegt. Ähm.
Der Wechselkurs, RTGS zu US Dollar. Äh der war jetzt nicht fix. Ne, er war bei der Erstausgabe null Komma vier ungefähr, ist dann aber auch,
eingebrochen. Ich meine, ich habe irgendwo was von null Komma null sechs oder so gesehen. Bin mir nicht sicher,
Ist auch eher eine unwichtige, historische Anekdote, denn vier Monate später im Juni wurde dann.
Das ist jetzt etwas mehr als ein Jahr her, ne? Wir sind im Jahr zweitausendneunzehn. Da wurde der Symbapp Simbabwe Dollar wieder neu eingeführt,
mit einem Wechselkurs von eins zum RTGS Dollar und mit einem Wechselkurs von eins zum Schulschein.
Ähm.
Ja und dann sind wir schon im Jahr zweitausendundzwanzig ähm in Folge dieser Wiedereinführung des Dollars
Ach so, der Symbapf für Dollar wird übrigens von manchen jetzt als Zombiewährung bezeichnet. Ne, weil eigentlich eigentlich war ja schon tot und a.

Andre:
[1:42:22] Verstanden, ja.

Micha:
[1:42:23] Genau, jetzt ist er wieder auferstanden. Ähm.
Ja gut, ich kann, ich habe von diesem ganzen Zombiekrachen keine Ahnung, ich äh habe da nichts für über, das äh aber ich weiß nicht,
untot als Analogie hier wirklich passt. Ähm das, ich weiß auch nicht, ob der jetzt als fünfter Simbabwehrdoller bezeichnet wird.
Auf jeden Fall neue Banknoten kann ich dir nicht sagen.

[1:42:53] Na ja, auf jeden Fall äh die Leute vor Ort haben wohl immer noch sehr wenig Vertrauen in eine eigene Währung und nach der Einführung des Simbabwe Dollars, der Wiedereinführung,
ist die Inflation dann Stück für Stück angestiegen. Ähm wir sind noch nicht bei einer Hyperinflation,
oder im März dieses Jahres waren wir noch nicht da, aber die Inflationsrate lag im März zweitausendundzwanzig bereits bei sechshundertsechsundsiebzig Prozent pro Jahr, nicht pro Monat pro Jahr. Ja, ich hatte ja Eingangs gesagt,
dass man für eine Hyperinflation fast dreizehntausend Prozent im Jahr braucht. Und jetzt sind sie noch nicht mal bei siebenhundert. Im März waren sie noch nicht mal bei siebenhundert,
Gut, wie sich das weiterentwickelt, äh, weiß ich nicht, es ist wohl so, dass ähm dass Simbabwe, Dürre hinter sich hat.
Wir nehmen ja im Juli auf, das heißt die Südhalbkugel,
auf der sich Simbabwehr offensichtlich befindet, bis jetzt im Winter, die Dürre,
war wahrscheinlich im vor ungefähr einem halben Jahr, als die dort Sommer hatten, könnte ich mir vorstellen, Symbapfer ist ja nicht wirklich nah am Äquator, die werden ja ähnlich wie Südafrika.

[1:44:08] Ähnliche Jahreszeiten haben, wie auch wir hier in Europa. Na ja, und jetzt nach der Dürre.
Äh kam natürlich noch die Pandemie, von der ähm sicherlich auch betroffen ist und äh somit sehen die da wohl recht harten Zeiten.
Entgegen. Also äh, müssen wir mal abwarten, wie sich das entwickelt
Das ist es im Wesentlichen, ich möchte nur nochmal, äh, zwei Dinge erwähnen, ähm, zum einen, also ich habe ein paar interessante YouTub
Videos und ein paar Wikipedia Artikel und so, die ich natürlich in Sendungsnotizen verlinke,
da habe ich im Wesentlichen meine Informationen her und habe mir die so zusammengebastelt, dass ich da so mehr oder weniger chronologischen Ablauf reinbekomme.
Ähm außerdem werde ich ein Buch verlinken, der Titel dieses Buches ist halt Eggindex,
also Preisindex, hart gekochter Eier.

Andre:
[1:45:08] Mhm.

Micha:
[1:45:10] Ich habe das Buch jetzt zu vielleicht zwei Dritteln gelesen. Ich habe keinen Blasenschimmer, wo der Name herkommt. Vielleicht finde ich das nachher raus. Äh der Autor des Buches heißt,
und der ist Ökonom, Agrarökonom hat in ihren Harrare oder kommt aus Harrare, zumindest aus der Region,
und äh hat da studiert, hat einen Master, Bachelor und Master und arbeitet bei einer Bank oder hat zumindest.

[1:45:42] Während der Inflation bei einer Bank gearbeitet, ähm das Buch ist aber gar nicht so alt, das stammt jetzt nicht aus aus der Zeit, sondern das ist zweitausendundneunzehn, glaube ich, erst erschienen. Ähm.
Es ist ziemlich anekdotisch, also im Wesentlichen berichtet eher von seinen Erfahrungen,
äh mit dieser Wirtschaftskrise und dieser Hyperinflation und wie er und seine Familie damit umgegangen sind. Äh es gibt auch, also es ist keine wissenschaftliche Abhandlung,
ja ganz bestimmt nicht, auch wenn er ökonom ist, ähm aber es gibt so ein bisschen Einblick in die Lebensrealität,
zu der Zeit. Und äh ja, sehr Anekdotisch, aber trotzdem recht lesenswert ist auch, ich habe mir das als E-Book gekauft. Es also man kriegt das für für einen Kindle, bei Amazon. Ich hab’s mir,
äh bei iBooks oder iTunes gekauft. Für, ich glaube acht Euro neunundneunzig. Und ähm.

[1:46:44] Ja, ich habe heute Morgen noch ein bisschen was gelesen. Ähm da kam die Anekdote vor, dass äh.

[1:46:54] Also, wir haben ja eben schon mal über diese Schubkarren
gesprochen, ne? Und es gab wohl den Fall in Simbabwe, dass jemand mit einer Schubkarre voll Banknoten zum Supermarkt gelaufen ist und dann musste er eben auf Toilette und hat seine Schubkarre draußen stehen lassen
als er wieder kam, war die Schubkarre weg und das ganze Bargeld lag auf den Boden. Also.
Die Leute haben nicht das Bargeld geklaut, weil es fast nichts wert ist, äh sondern die Schubkarre. Und äh,
Ja. Ich habe bei einem dieser Videos, die ich verlinke, da ist ein, ähm, das ein ganz kurzes zwei Minuten Video dabei, mit einem britischen Journalisten, glaube ich, der,
in der im Grunde genommen eine ähnliche Anekdote hat. Also er hat wohl mit jemandem gesprochen, den er gefragt hat, ob er nicht Angst hat, dass Leute ihm das Bargeld klauen, der hat eben darauf geantwortet. Ich habe mehr Angst, dass die Leute mir die Schubkarre klauen,
Ähm,
Gut, also es gibt äh zu dem Buch gibt’s eine Webseite, ähm ist übrigens die großartigste Domain, die ich hier gesehen habe. Äh WWW Punkt,
Punkt com.
Also.

Andre:
[1:48:13] Die Wappensicherheit noch unbesetzt.

Micha:
[1:48:16] Die wird auch so schnell keiner mehr nachfragen. Äh, ich wusste gar nicht, dass so lange möglich sind. Na ja, also ähm.
Wer sich das jetzt nicht merken konnte, Link ist in in Sendungsnotizen. Ähm,
Die letzte Sache noch. Ähm ich habe ein äh ein wissenschaftliches Paper gefunden von Kuma und.
Gestrauentaler,
wahrscheinlich in Österreicher, die haben zweitausendundelf ein Artikel veröffentlicht im Quarterly Journal of Austrian Economics. Der Titel des Papers ist, die und,
die geben eine ein historischen Abriss.
Der Hyperinflation, sowie der Ursachen der Hyperinflation. Ich hatte noch keine Zeit, den Artikel selber zu lesen. Ich habe nur den Appstrack gelesen und die Conclusion einmal überflogen. Ähm.

[1:49:18] In der Conclusion.
Da listen sie fünf Ursachen auf. Also sie beschreiben nicht nur die Hyperinflation in Simbabwellen, sondern vergleichen diese auch noch mit anderen Hyperinflationen aus der Weltgeschichte und versuchen da so parallel hin und und.
Ja, Gesetzmäßigkeiten. Äh.
Abzuleiten. Und äh sie listen fünf Punkte auf. Der erste Punkt ist eine ideologische Regierung, die,
ähm,
selber die Druckerpresse anschmeißt und somit die Hyperinflation hervorruft, beziehungsweise die Inflation befeuert, ähm dann aber andere,
üblicherweise ausländische Akteure beschuldigt, dass sie diese ähm diesen Missstand hervorgerufen haben,
möglicherweise absichtlich? Punkt zwei.
Ist die die Flucht von der Landeswährung in Realkapital.
Ähm, das, was eine Inflation ja bewirkt, ist die Umverteilung von Leuten.
Mit äh mit viel Bargeld oder viel Vermögen in äh in Nominalwerten, hin zu Leut.

Andre:
[1:50:39] Ja. Ja.

Micha:
[1:50:40] Genau, ne? Und äh,
Somit führt eine Hyperinflation dazu, dass die Leute versuchen, die Landeswährung loszuwerden. Also, die Währung, die abwertet und äh.
Versuchen, diese einzutauschen in wertstabilere Dinge, wie zum Beispiel äh seltene Metalle, so Gold selber und so.
Äh oder auch andere anderes Realkapital. Punkt Nummer drei ist das Potenzial für Gewinne, also,
es gibt,
ähm auch in einem Land mit Hyperinflation, viele Leute, die in dieser Situation die Möglichkeit haben, Gewinne daraus zu ziehen und,
Somit hast du Agenten üblicherweise welche in Machtpositionen, die ein gewisses Interesse daran haben, die Hyperinflation.
Weiter laufen zu lassen oder noch weiter zu befeuern. Zum Beispiel Leute, die über viel.
Äh viel Vermögen, viel Wertstabiles vermögen, verfügen. Ähm.

[1:51:50] Punkt Nummer vier ist die Inflationssteuer, wenn du einen progressiven Steuersatz hast, dann führt die Inflation eben zur Inflationssteuer, denn wenn Gehälter und Löhne nominal.
Erhöht werden, um die Inflation auszugleichen, dann führt der progressive Steuersatz dazu, dass die.
Steuerlast für die Betroffenen steigt. Wenn die Steuersätze nicht angepasst werden. Ähm und.

[1:52:23] Ähm die Regierung hat dann einen Anreiz oder nicht nur einen Anreiz, viele Regierungen greifen dann wohl zu,
Preiskontrollen, um für eine gewisse Wertstabilität zu sorgen, denn durch die Inflationssteuer,
ähm steigen ja eben diese oder die Einnahmen aus der Inflationssteuer steigen an. Und wenn sie darauf mit Preiskontrollen reagieren, äh.
Dann führt das eventuell dazu, dass auch die,
Kaufkraft eben dieser Steuereinnahmen steigt, wenn die Preise nicht allzu stark sinken, aber das ist einfach äh diese Preiskontrollenversagen wohl in der Regel, weil einfach die Realität ähm oder.
Ja, was. Ja, weil die Preiskontrollen wohl einfach nicht nicht greifen, ne. Das äh wahrscheinlich werden Leute.
Es entstehen viele Schwarzmärkte und so, ne, sowohl der Hand, sowohl der Handel mit Fremdwährungen, als auch als auch der Handel mit, mit Gütern, wird äh ja, wird auf irgendwelche Hinterhöfe.
Verlagert. Ähm.

[1:53:35] Ich habe, das habe ich mir jetzt nicht notiert, aber ich erinnere mich gerade dran, dass zum Beispiel auch dieses ähm sagen wir mal, dieser Dienstleistungssektor in Simbabwe entstanden ist, wo Leute.
Sich nachts oder früh morgens in irgendwelchen Schlangen angestellt haben, zum Beispiel bei einer Bank oder einer Wechselstube oder im Supermarkt und ihre Position in der Schlange dann irgendwann verkauft haben an Leute, die.
Zu spät gekommen sind, aber ähm zahlungsbereit genug waren, um ihnen diesen Platz abzukaufen.

[1:54:13] In dem Buch von Gomunio habe ich heute auch gelesen, dass Benzin zu sowas wie einer Währung wurde, beziehungsweise nicht Benzin als solches, sondern.
Ähm Gutscheine oder ich ich weiß nicht mehr genau wie er es genannt hat oder sowas wie.
Äh wie nennt man das? Nicht ob’s Wunsch, aber so. Ja so Rechte auf auf äh auf Benzin. Also du konntest dir äh.
Du konntest dir schon im Vorhinein Benzin kaufen über das die Tankstelle noch gar nicht verfügt. Oder das Mineralölunternehmen oder wo auch immer.

Andre:
[1:54:51] Tionsscheine, du hast, ja.

Micha:
[1:54:53] Genau. Und mit denen konntest du dann wiederum auch handeln. Ne, anstatt mit dem Benzin selber zu handeln, kannst du auch mit diesen Optionsschein handeln. So der fünfte Punkt aus der Liste ist die höhere Geldnachfrage. Ä.
Durch die Inflation steigt die Geldnachfrage der Haushalte an, weil äh weil sie einfach mehr Transaktionskasse brauchen, ne? Die Preise sind immer höher, somit brauchen sie immer mehr Geld, um,
äh die Waren zu kaufen und auf dieser höhere Geldnachfrage wird üblicherweise,
mit mehr Geldangebot reagiert, also es wird mehr Geld gedruckt, was dann natürlich die Inflation weiter befeuert.
Das ist, das sind die, das sind die fünf Punkte aus der Conclusion, dieses Papieres. Was ich eben noch nicht erwähnt habe, ich hatte gesagt, dass die beiden Autoren, also.
Kuma und Strauentaler,
die Hyperinflationen sind Babwe, vergleichen mit vielen anderen Hyperinflationen aus der Weltgeschichte, aber in erster Linie mit der Hyperinflation in Deutschland, zwischen neunzehnhundertzwanzig und neunzehnhundertdreiundzwanzig.

[1:56:08] Der Weimarer Republik, um genauer zu sein. Wie gesagt, ich hatte noch keine Zeit, dass PayPal in voller Länge zu lesen, deswegen kann ich da noch nichts zu sagen, aber vielleicht ist das ein guter Punkt,
um zu schließen, um dann irgendwann in einer späteren Folge nochmal die Hyperinflation hierzulande von vor hundert Jahren,
zu behandeln. Ne? Ich hatte also das Einzige, was mir jetzt einfällt, ist das äh,
die, ja, die politische Situation, Anfang der zwanziger Jahre sehr instabil war, weil die Demokratie noch sehr jung war, außerdem war das kurz nach dem Ende des ersten Weltkrieges. Möglicherweise wurden,
zum Zwecke der militärischen Aufrüstung äh auch die Druckerpressen angeworfen, ähnlich wie in Simbabwe, für den Einsatz im Kongo.

Andre:
[1:56:57] Wurden Schuldscheine rausgegeben, die dann auch von den Bürgern gekauft wurden, während des Krieges und na ja, die mangels Kriegsbeute dann natürlich eben nicht zurückzahlen konnte.

Micha:
[1:57:05] Ja. Ah ja, gut. Ähm ist das so ein Thema? Hast du dich mit der Hyper-Inflation schon mal befasst, weil ich müsste da eigentlich so bei null anfangen? Äh.

Andre:
[1:57:18] Ähm kann ich mich auch gerne mal einlesen für die nächste Folge.

Soundboard

Micha:
[1:57:22] Ja, da können wir ja noch klären, müssen wir jetzt nicht, aber ähm wenn du das schon mal getan hast, würde sich.

[1:57:30] Heute reicht’s mir.